Vorwürfe gegen Kevin Spacey Dreharbeiten für "House of Cards" gestoppt

Man wolle Zeit haben, die aktuelle Situation zu bewerten - nach Missbrauchsvorwürfen gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey hat Netflix die aktuelle Produktion der Politserie "House of Cards" auf Eis gelegt.

Kevin Spacey als US-Präsident Frank Underwood in "Hous of Cards"
ddp images/ Planet Photos

Kevin Spacey als US-Präsident Frank Underwood in "Hous of Cards"


Am Montag war bekannt geworden, dass "House of Cards" nach sechs Staffeln zu Ende gehen soll - jetzt ist unklar, ob und wie es überhaupt weitergeht: Nach Vorwürfen gegen Kevin Spacey, einen minderjährigen Jungen sexuell bedrängt zu haben, hat Netflix die Dreharbeiten zur sechsten Staffel der Politserie "House of Cards" in Baltimore vorerst abgebrochen.

Man wolle Zeit zu haben, "die aktuelle Situation zu bewerten und sich mit etwaigen Sorgen der Crew und der Schauspieler zu befassen". Das teilten Netflix und die Produktionsfirma Media Rights Capital mit. Bereits zuvor hatten sie laut "New York Times" erklärt, "zutiefst beunruhigt" von den Nachrichten über Spacey zu sein. Der Schauspieler selbst arbeitete am Dienstag nicht am Set.

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Der Schauspieler Anthony Rapp ("A Beautiful Mind", "Star Trek: Discovery") hatte Spacey vor wenigen Tagen eines sexuellen Übergriffs vor rund 30 Jahren beschuldigt. Er selbst sei bei den Vorgängen 14 Jahre alt gewesen, Spacey schon 26 Jahre alt.

Dass die Serie nach sechs Staffeln enden soll, machte Netflix wenige Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Spacey publik, die Entscheidung sei laut einer Sprecherin des Unternehmens jedoch schon vor Monaten gefallen.

Die hochgelobte Polit-Serie um einen skrupellosen US-Präsidenten und die Abgründe des politischen Systems war die erste eigens von Netflix produzierte und verbreitete Serie - und nach viereinhalb Jahren zugleich die dort am längsten laufende.

eth/AP/dpa

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