Walser vs. "Die Zeit" "...dann mache ich halt Fehler"

Schriftsteller Martin Walser hat auf die Einladung der "Zeit" zum Diktat nach alten Rechtschreibregeln mit Ablehnung reagiert: Der 73-Jährige will sich nicht noch einmal auf die Schulbank setzen lassen.


Martin Walser
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Martin Walser

Baden-Baden - Martin Walser will sich nicht in der alten Rechtschreibung prüfen lassen. "Ich sehe nicht ein, dass ich mich noch einmal auf eine Schulbank setzen lassen soll", sagte Walser am Donnerstag im Südwestrundfunk (SWR). Die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" hatte alle Schriftsteller, die sich öffentlich für eine Rücknahme der Rechtschreibreform ausgesprochen hatten, zu einem Diktat nach den alten Regeln eingeladen.

Er könne nur die alte Rechtschreibung, sagte Walser. "Und wenn ich da Fehler mache wie jeder andere Mensch, dann mache ich halt Fehler, aber das ist kein Argument für diese oder eine andere Rechtschreibung." Schriftsteller "sind keine Schüler und die Öffentlichkeit nicht unser Lehrer", sagte Walser weiter. Zu den prominenten deutschen und österreichischen Autoren, die ihren Protest gegen die Reform in den vergangenen Wochen formulierten, gehören neben Walser auch Günter Grass, Elfriede Jelinek, Durs Grünbein und Hermann Kant.



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