Dix-Malereien entdeckt Verborgen hinter Buchregalen

Spektakulärer Bilderfund: Bei Sanierungsarbeiten im ehemaligen Wohnhaus von Otto Dix wurden sechs großflächige Wandmalereien des Künstlers entdeckt. Die Zeichnungen zeigen Fabelwesen und Filmmotive.

Hemmenhofen/Hamburg - Eine Entdeckung der besonderen Art haben Handwerker im alten Haus von Otto Dix gemacht: Bei Renovierungsarbeiten fanden sie am Mittwoch sechs Wandbilder des Malers. Das teilte das Stuttgarter Kunstmuseum mit, das Dix' Wohnstätte am Bodensee in ein Museum umwandeln möchte. Als Arbeiter für diesen Zweck in einem als Bibliothek genutzten Kellerraum Einbauregale entfernten, kamen die Bilder zum Vorschein.

Es handelt sich um Zeichnungen, die Dix anlässlich eines Faschingsfestes am 19. Februar 1966 angefertigt hatte, wie das Kunstmuseum Stuttgart und die Otto-Dix-Stiftung mitteilten. Neben einem Ungeheuer mit Trompetenrüsseln und einer Jazzband sind auch Figuren aus der Alemannischen Fastnacht wie das Hansele zu sehen. Außerdem hat Dix Szenen aus dem Film "Des Pudels Kern" aus dem Jahre 1958 mit Alec Guiness verewigt. Bisher waren nur kleinere Malereien im Gang des Kellers bekannt gewesen, die zum gleichen Anlass angefertigt worden waren.

Dix zog 1936 mit seiner Familie in das Haus in Hemmenhofen am Bodensee, nachdem ihn die Nationalsozialisten schon 1933 aus der Akademie der Künste ausgeschlossen hatten und er als Kunstprofessor zurücktreten musste. Hier lebte er bis zu seinem Tod 1969. Das Museum soll Mitte Juni 2013 eröffnet werden.

sbr/dpa/dapd
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