Watergate-Affäre "Deep Throat"-Tiefgarage von Abriss bedroht

Parkplatz 32D war der Ort, an dem sich der FBI-Informant und der legendäre Reporter Bob Woodward trafen, um sich über den Watergate-Abhörskandal auszutauschen. Nun soll die Tiefgarage in Arlington einem Bürokomplex weichen.


Arlington/Hamburg - Tiefgaragen sind abgeschiedene Orte. Das machten sich schon oft Verbrecher zunutze. Und dass sie in Fernsehkrimis immer wieder als konspirative Treffpunkte auftauchen, hat ja auch einfach einen realen Hintergrund: In einer Tiefgarage nahe Washington verabredeten sich 1972 und 1973 der geheimnisvolle Informant "Deep Throat" und der Reporter Bob Woodward, um über eine äußerst brisante Enthüllungsgeschichte zu sprechen - an einem "anonymen sicheren Ort".

Nun ist die durch den Watergate-Skandal zu Berühmtheit gelangte Tiefgarage in Arlington allerdings vom Abriss bedroht, wie lokale Medien berichten. Pläne für ein Immobilienprojekt in dem Washingtoner Vorort im US-Bundesstaat Virginia sähen den Abbruch zweier Gebäude vor, darunter die Garage, in der sich der zentrale Informant der Watergate-Affäre, Ex-FBI-Vizechef Mark Felt, nachts auf dem Platz 32D mit Bob Woodward von der "Washington Post" traf. Die Abhöraffäre führte 1974 zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon.

Die Watergate-Affäre sei ein "wichtiges Ereignis in der Geschichte unseres Landes", sagte Tim Helmig von der Immobiliengesellschaft Monday Properties, die in Arlington einen Bürokomplex bauen will. Die 1965 errichteten Gebäude hätten aber das Ende ihrer Nutzbarkeit erreicht. Die vor der Garage stehende Gedenktafel, die dort seit 2011 auf die Bedeutung des Ortes hinweist, solle in den Neubau integriert werden, sagte Helmig. Arlington will am 21. Oktober über das Projekt entscheiden.

Die "Washington Post" hatte 1972 mit den Watergate-Enthüllungen Furore gemacht. Die Informationen über den Versuch von Mitarbeitern des republikanischen Präsidenten Nixon, in der Parteizentrale der oppositionellen Demokraten bei einem Einbruch Wanzen zu installieren, wurden zu einem der größten Polit-Skandale in der US-Geschichte des 20. Jahrhunderts.

feb/AFP



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