WDR-Versammlung zum "Umweltsau"-Video Buhrow würde wieder so handeln

Nachdem sich Tom Buhrow für das "Umweltsau"-Video entschuldigt hatte, klagten Mitarbeiter des WDR über mangelnde Rückendeckung. Nun stellte sich der Intendant in einer Versammlung der Kritik der Redakteure.
WDR-Gebäude in Köln

WDR-Gebäude in Köln

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Oliver Berg/ DPA

In einer Redakteursversammlung mit etwa 700 Teilnehmern haben sich WDR-Mitarbeiter am Dienstagnachmittag in Köln über mangelnde Rückendeckung durch Intendant Tom Buhrow beklagt. Seine schnelle Distanzierung vom "Umweltsau"-Lied habe viele verunsichert, hieß es nach Angaben eines Teilnehmers gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bei der nicht öffentlichen Versammlung. Für diese Mitarbeiter stelle sich die Frage, ob man sich künftig überhaupt noch an eine Satire heranwagen könne.

Buhrow betonte daraufhin den Angaben zufolge, dass alle unbedingt so weitermachen sollten wie bisher, es habe sich nichts geändert, und es dürfe und solle weiter experimentiert werden. Die Senderspitze habe auch darauf verwiesen, dass man das "Umweltsau"-Video zum Schutz der Kinder von der Seite genommen habe.

In dem Video hatte ein Kinderchor auf die Melodie von "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" unter anderem "Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau" gesungen. Nach einer Empörungswelle nahmen die Programmverantwortlichen das Video aus dem Netz, in der Folge entschuldigte sich Buhrow für das Lied.

Ein Teilnehmer der Versammlung berichtete dem SPIEGEL, Buhrow habe im Prinzip gesagt, dass er noch mal genauso handeln würde. Rund 30 Redner seien bei der emotionalen Veranstaltung zu Wort gekommen. Mehrfach sei darauf hingewiesen worden, dass das ZDF in vergleichbaren Fällen deutlich souveräner agiere.

Buhrow, der seit Jahresanfang turnusgemäß auch ARD-Vorsitzender ist, hatte sich im Interview mit dem SPIEGEL  gegen den Vorwurf gewehrt, er sei vor rechter Propaganda eingeknickt: "Wir konnten die Mechanismen erkennen, aber wir konnten auch unterscheiden zwischen dem, was orchestriert ist, und dem, was echte Gefühlsäußerungen von ansonsten wohlmeinenden Hörern sind", sagte er.

Zuletzt war dem WDR-Intendanten in einem offenen Brief von über 40 freien TV-Autoren vorgeworfen worden, er sei in eine Falle rechter Trolle getappt.

Für die Senderspitze war die Versammlung ein "offener, kritischer und konstruktiver Austausch, der mit Blick nach vorne weiter fortgesetzt" werde. Buhrow und seiner Geschäftsleitung sei es "wichtig, den Mitarbeiter*innen transparent Rede und Antwort zu stehen".

akü/cpa/feb/dpa
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