"Wetten, dass...?"-Eklat Gottschalk entschuldigt sich für "Hartz-IV-Stelzen"

Bierdosen als "Hartz-IV-Stelzen" bezeichnen, das tut man nicht: Thomas Gottschalk entschuldigt sich dafür, Arbeitslosengeld-Empfänger pauschal als Säufer diffamiert zu haben. Auch das ZDF zeigt Reue für den Fauxpas in der "Wetten, dass...?"-Show am vergangenen Samstag.

Mainz - Thomas Gottschalk zeigt nach der Kritik an seiner abfälligen Bemerkung über Hartz-IV-Empfänger Reue. Der Entertainer, der in der Sendung Bart und Hut trug, sagte der "Bild"-Zeitung: "Na klar, ich entschuldige mich für den Witz - und ich rasiere mich, werfe den Hut weg." Es hätten sich nämlich viel mehr Anrufer über sein Aussehen beschwert, als über den "Hartz-IV-Witz". Die meisten hätten geschimpft, er sehe aus "wie ein Penner". Bei denen entschuldige er sich auch gleich, sagte der 56-Jährige. Gottschalk hatte am Samstag in seiner "Wetten, dass...?"-Show, bei der Erklärung einer Wette, Bierdosen als "Hartz-IV-Stelzen" bezeichnet.

Auch das ZDF will sich entschuldigen, und zwar beim Erwerbslosen Forum Deutschland. Der Verein hatte in einem offenen Brief an den ZDF-Intendant Markus Schächter eine Entschuldigung gefordert.

Zwar hatte sich Gottschalk schon während der laufenden Sendung mehrfach entschuldigt, allerdings sah das Forum dies als ungenügend an. Hartz-IV-Empfänger, so die Kritik, würden generell als "Säufer" abgestempelt.

Ein ZDF-Sprecher versicherte gegenüber der Nachrichtenagentur ddp, der Verein werde eine Antwort bekommen. Der Inhalt werde aber vertraulich bleiben. Der Sender beantworte grundsätzlich alle Briefe, fügte der Sprecher hinzu.

Ob es zu einer Aussprache zwischen Schächter und Gottschalk kommen wird, ist bislang nicht bekannt. Aber es werde kein "Informationsdefizit" geben, beide stünden in ständigem Kontakt, hieß es.

Von den frechen Sprüchen des Moderators waren auch andere betroffen: Als Schauspieler Joachim Fuchsberger, 79, einen Wettkandidaten begrüßte und langsam zu seinem Platz zurückging, sagte Gottschalk hämisch: "Wir fangen schon mal an." Bis Fuchsberger an seinem Platz sei, seien sie mit der Wette fertig. Nach der verlorenen Wette musste der fast 80-Jährige - in Anlehnung an einen Wetteinsatz von 1983 - im Nachthemd auftreten. Sohn Thomas Fuchsberger kritisierte dies: "Das hätte es wirklich nicht gebraucht". Er sagte der Münchner "Abendzeitung": "Die Großaufnahme der nackten Beine, das war eindeutig zu viel." Fuchsberger selbst fand seinen Wetteinsatz jedoch "lustig".

Wenig begeistert über ihren Wetteinsatz war hingegen Bestseller-Autorin Susanne Fröhlich ("Moppel-Ich"), die sich nach einer verlorenen Wette gemeinsam mit Schauspielerin Christine Neubauer und Gottschalk auf eine Waage stellen musste. Sie habe sich überrumpelt gefühlt, wird sie von der "Bild"-Zeitung zitiert. Fröhlich hatte sich letztlich auch nur mit einem Bein auf die Waage gestellt.

hae/ddp

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