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04. März 2007, 17:53 Uhr

"Wetten, dass?"

Gottschalk hat Ärger wegen Hartz-IV-Witz

Er hat es geahnt. Mit einem missratenen Witz über Hartz IV hat sich "Wetten, dass?"-Moderator Thomas Gottschalk Ärger eingehandelt. Trotz seiner Entschuldigungen für den Faux-pas während der Sendung gibt das Erwerbslosen Forum Deutschland kein Pardon.

Mainz - Das Erwerbslosen Forum Deutschland forderte in einem offenen Brief an ZDF-Intendant Markus Schächter eine Entschuldigung für Gottschalks Aussage in seiner jüngsten "Wetten, dass..?"-Sendung, "Bierdosen sind doch Hartz IV-Stelzen". Der Moderator und das ZDF sollten erklären, dass Hartz IV-Empfänger keine Säufer seien und keine Hartz IV-Stelzen" benötigten.

Gottschalks Erklärung in der Sendung am Samstag, seine Äußerung zu den Bierdosen sei "völlig daneben" gewesen, reiche nicht aus, erklärte das Forum. Die unbedachte Äußerung zeige, dass das ZDF seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht nachkomme. Viele Hartz IV-Empfänger müssten auch Rundfunkgebühren zahlen. "Wir würden es für gut heißen, wenn Ihr Moderator sich einmal drei bis fünf Monate mit den Realitäten des Hartz IV-Satzes auseinandersetzen würde", hieß es in dem Schreiben.

Für seine Bezeichnung von Bierdosen als "Hartz-IV-Stelzen" hatte Gottschalk während der Sendung gleich zwei Mal um Verzeihung gebeten und sich den Rest des Abends über seinen gründlich misslungenen Witz geärgert. Er hatte den Begriff bei der Wette eines Soltauers benutzt, der sich auf vier lockeren Getränkedosen-Stapeln halten wollte. Doch daraus wurde nichts.

Wie so vieles an diesem Abend: Gottschalk präsentierte im ZDF eine eher langweilige Drei-Stunden-Show, die wenig wirkliche Höhepunkte hatte. Auch er selbst verpasste seine Höchstform. Das lag sicherlich vor allem an den Wetten, die - mit einer Ausnahme - alle verloren gingen und nichts Spektakuläres zu bieten hatten. Die Ideen waren mäßig, die Ausführung auch.

rüd/ddp/AP/dpa

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