Wort des Jahres 2006 "Fanmeile" gewinnt vor "Generation Praktikum"

Selten hat es ein positiv besetztes Wort wie "Fanmeile" auf den Spitzenplatz geschafft. Aber die ausgelassene Feierstimmung zur Fußball-Weltmeisterschaft beeindruckte scheinbar auch die Sprachexperten.


Wiesbaden – Die deutsche Gesellschaft für deutsche Sprache hat das Wort "Fanmeile" zum Wort des Jahres 2006 gekürt. Der Begriff erfasst nach Ansicht der Jury das "ganz besondere Lebensgefühl" der vielen Fans bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft. Fanmeilen hätten als Orte öffentlicher Fernseh-Übertragungen hunderttausende deutsche und ausländische Fußballanhänger angelockt.

Fanmeile in Berlin: Schwarzrotgoldene Begeisterung
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Fanmeile in Berlin: Schwarzrotgoldene Begeisterung

Auf den zweiten Platz der Liste mit den zehn Wörtern des Jahres kam "Generation Praktikum". Die Vokabel beschreibe das "weniger positive Lebensgefühl" von jüngeren Menschen, die nach ihrer Ausbildung oder Studium keinen Arbeitsplatz finden und deshalb häufig minderbezahlte oder sogar unbezahlte Praktika machen müssen.

Platz drei belegt der Begriff "Karikaturenstreit", der die Anfang des Jahres geführte Auseinandersetzung um die in Zeitungen abgedruckten Karikaturen des Propheten Mohammed bezeichnet. Ebenfalls auf die Liste setzten die Sprachexperten "Rechtschreibfrieden", "Prekariat", "Bezahlstudium", "Problembär", "Poloniumspuren", "Klinsmänner" und "schwarz-rot-geil!".

Seit 1977 wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort des Jahres aus Begriffen, die die öffentliche Diskussion bestimmt haben. Das erste Wort des Jahres war der Begriff "aufmüpfig" im Jahre 1971. Im vergangenen Jahr hatte es, wenige Wochen vor der Wahl Angela Merkels zur Regierungschefin, das Wort "Bundeskanzlerin" an die Spitze geschafft.

kam/afp/dpa/ap



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