Slomka-Gabriel-Gefecht ZDF weist Vorwurf der Parteilichkeit zurück

Das Zweite Deutsche Fernsehen drehe Sozialdemokraten "das Wort im Mund" um, lautete die Attacke von SPD-Chef Gabriel gegen Marietta Slomka im "heute journal"-Interview am Donnerstag. Die Redaktion lässt das nicht auf sich sitzen.

Gabriel-Interview im "heute journal": Nicht das erste Mal?
ZDF

Gabriel-Interview im "heute journal": Nicht das erste Mal?


Hamburg/Mainz - "Frau Slomka!" - "Herr Gabriel!": Die Atmosphäre war frostig, als am Donnerstagabend der SPD-Chef und die ZDF-Moderatorin im "heute journal" die Klingen kreuzten, um den Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag im Interview zu diskutieren. Nun hat sich der Sender gegen den Vorwurf der Parteilichkeit zur Wehr gesetzt. Diesen habe Slomka "entschieden und mit Recht" zurückgewiesen, erklärte "heute journal"-Redaktionsleiterin Anne Reidt am Freitag in Mainz. In dem Interview sei es "hart zur Sache und um die Sache" gegangen. "Argumentativer Schlagabtausch und Verbalgefecht sind Instrumente des politischen Journalismus", erklärte Reidt.

Slomka hatte mit Sigmar Gabriel am Donnerstagabend über den Mitgliederentscheid gesprochen und dabei auch die Frage nach dessen Verfassungsmäßigkeit aufgeworfen. Der SPD-Chef wies dies als "Quatsch" zurück und begründete es unter anderem damit, dass bei der CDU beispielsweise allein der Vorstand entscheide. In dem zunehmend hitzigen Interview warf er Slomka schließlich auch vor, es sei "nicht das erste Mal, dass Sie in Interviews mit Sozialdemokraten nichts anderes versuchen, als uns das Wort im Mund umzudrehen". Slomka erwiderte darauf: "Herr Gabriel, Sie werden mir jetzt bitte nichts unterstellen."

Die SPD-Basis wird Anfang Dezember in einem Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag abstimmen. Das Ergebnis soll am 14. oder 15. Dezember vorliegen. In den kommenden Tagen will die SPD-Parteispitze unter anderem auf Regionalkonferenzen um die Zustimmung ihrer Basis werben. Gabriel warb am Donnerstagabend auf einer Konferenz im hessischen Hofheim für die Einigung mit CDU und CSU. Am Rande dieser Veranstaltung fand das "heute journal"-Interview statt.

twi/dpa



insgesamt 61 Beiträge
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sophrosyne 29.11.2013
1. Umgangsformen
Der Versuch, eine unsachliche, emotionale und pöbelhaften Person auf ein seriöses Redeformat zu lotsen und an dessen Renitenz abzuprallen, ist doch keine Parteilichkeit. Es ist Aufgabe der kultivierten Ministeraspiranten aller Parteien dafür zu sorgen, dass Herrn Gabriels Verhalten nicht Schule macht.
Europa! 29.11.2013
2. Ob der Sender parteilich ist, mag dahingestellt bleiben, aber
Zitat von sysopZDFDas Zweite Deutsche Fernsehen drehe Sozialdemokraten "das Wort im Mund" um, lautete die Attacke von SPD-Chef Gabriel gegen Marietta Slomka im "heute journal"-Interview am Donnerstag. Die Redaktion lässt das nicht auf sich sitzen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zdf-weist-parteilichkeitsvorwurf-nach-gabriel-interview-zurueck-a-936377.html
Frau Slomka hat sich verrannt, dieselbe (klar beantwortete) Frage dreimal gestellt und sich rechthaberisch herumgestritten, statt einfach zu klären, wie Gabriel die Sache sieht. Das war höchst unprofessionell, und das war ihr auch bewusst - die zappelige Körpersprache zeigte es deutlich.
rainer_daeschler 29.11.2013
3. Parteilichkeit
Die Parteilichkeit beim ZDF besteht darin, würde Angela Merkel interviewt werden, wäre die Fragestellerin Bettina Schausten gewesen.
Alfred Ahrens 29.11.2013
4. Der letzte Heuler,
wenn jemand wie Herr Gabriel sich nicht unter Kontrolle hat und so reagiert, dann sind schon Fragen angebracht...
artusdanielhoerfeld 29.11.2013
5. Parteilich? Klar!
Das Interview im CDU-nahen ZDF war offensichtlich ein Fake, um Gabriel als Rebellen gegen das Establishment zu präsentieren und ihm so die Zustimmung bei der SPD-Basis zu verschaffen. Vergesst nicht, Leute: Auch die CDU will die #GroKo , weil sie ihr am meisten nutzt!
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