"Zeit"-Diktat Jelinek "denkt gar nicht daran"

Auch die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek verweigert sich dem von der "Zeit" angebotenen Diktat nach alten Rechtschreibregeln. Die 53-jährige Autorin bezeichnete die Idee der Wochenzeitung als "absurd".


Autorin Jelinek
DPA

Autorin Jelinek

Wien - Elfriede Jelinek "denkt gar nicht daran", sich dem von der Zeitung angeregten Test zu stellen, zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA am Freitag in Wien die renommierte Autorin. Die Schriftstellerin habe eingeräumt, sie würde bei einem Rechtschreibtest wahrscheinlich am schlechtesten abschneiden. Die Idee des Tests sei aber "absurd" da sie eine "Meinungsäußerung mit einem Leistungsnachweis" kopple.

Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Autorinnen Autoren, kritisierte den "Zeit"-Vorschlag als "oberlehrerhaft" und nannte ihn einen "Beitrag zur Schwachsinnsbildung". Den Schriftstellern sei es nie um das "richtige Wie-Schreiben" gegangen. Ihre Kritik richte sich gegen die "unglaubliche Regelungswut" der Reformer, die "systematisieren, was sich nicht systematisieren lässt", zitiert die APA den Autoren- Sprecher.



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