Gewinner des "Zenith"-Fotopreises Zwischen den Welten

Welche Szenen bebildern am besten das Studentenleben einer indonesischen Muslima in Deutschland? Das zeigt der Fotograf L. M. Arif Relano Oba in einer eindrucksvollen Bildreportage - und ist dafür jetzt mit dem "Zenith"-Fotopreis ausgezeichnet worden.

LM Arif Relano Oba

Hamburg - Vorlesung, Mensa, Bibliothek: Der Alltag der 28-jährigen Indonesierin Masyitah gleicht dem der meisten Studenten an der Uni Göttingen. Aber der Blick der Studentin auf die Sitten und Kulturen in Deutschland ist ein besonderer. Denn Masyitah will auch ihren Charakter als Muslima bewahren. Ihre Gratwanderung zwischen den beiden Welten thematisiert der indonesische Fotograf L. M. Arif Relano Oba in einer Bildreportage. Dafür hat der 39-Jährige jetzt den "Zenith"-Fotopreis gewonnen, wie das Magazin am Donnerstag mitteilte. Die Auszeichnung ist mit 4500 Euro dotiert.

Die Jury zeigte sich von der Reportage über die Muslima Masyitah beeindruckt. Die Strecke, so die Begründung, rufe Emotionen hervor und lasse den Betrachter am Leben der Protagonistin teilnehmen. Die Arbeit heißt "Leben in der Mitte der Konfluenz der Kultur".

Der "Zenith"-Fotopreis, der von der Stiftung Mercator und dem Auswärtigen Amt gefördert wurde, ist in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen worden. Es beteiligten sich 48 Fotografen - meist mit Arbeiten, die sie speziell zum Thema "Muslime in Deutschland" angefertigt haben.

Den zweiten Platz belegte ein Team-Projekt des Ehepaars Thomas Potthoff und Neziha Çetinkaya-Potthoff. Die Arbeit mit dem Titel "Integrationserfolge" zeigt Porträts in Deutschland lebender christlich-muslimischer Paare.

Auf den dritten Rang schaffte es der Fotograf Benjamin Kilb mit seiner Bilderserie "Lichtblick und Schattenwuchs - die Ahmadiyya in Deutschland". Die Fotostrecke stellt diese "islamische Reformgemeinde" in den Mittelpunkt, die seit 90 Jahren in Deutschland besteht. Kilb will zeigen, "wie der Islam in Symbiose mit der deutschen Gesellschaft koexistieren kann," schreibt er im Konzept zu seiner Fotostrecke.

Der "Zenith"-Fotopreis wurde erstmals 2012 von der Zeitschrift "Zenith" ausgeschrieben und vergeben. Der Schwerpunkt des Magazins liegt auf dem Nahen Osten, dem Maghreb und der muslimischen Welt. Im vergangenen Jahr belegte Kai Löffelbein mit seiner Fotostrecke "Fremde Heimat" den ersten Platz.

bos



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