Erklärung des Zentrums für Politische Schönheit "Soko Chemnitz" soll Falle für Rechtsextreme gewesen sein

Die Gruppe Zentrum für Politische Schönheit hat eine Erklärung zu ihrer Aktion "Soko Chemnitz" veröffentlicht. Demnach wollte man mit der Webseite Rechtsextremen eine Falle stellen - die seien nun "erfasst".
Polizeieinsatz in Chemnitz

Polizeieinsatz in Chemnitz

Foto: imago/ HärtelPRESS

Die Aktivistengruppe Zentrum für Politische Schönheit hat ihren umstrittenen "Online-Pranger" gegen mutmaßliche Rechtsextreme abgeschaltet. Das Künstlerkollektiv bedankt sich auf der Webseite soko-chemnitz.de stattdessen bei "lieben Nazis" für ihre Aufrufe der Seite - und erklärt, was die Aktion eigentlich habe bezwecken sollen.

Auf der Webseite der "Soko Chemnitz" hatten die Aktivisten seit vergangenem Montag mit Fotos und Steckbriefen dazu aufgerufen, mutmaßliche Neonazis zu identifizieren. Auch wurden Belohnungen für die Erkennung ausgelobt. Diese Plakate hängte die Künstlergruppe ZPS auch im eigens am Montag in der Chemnitzer Innenstadt eröffneten "Recherchebüro Ost" auf.

Im Video: Rechte Brandbeschleuniger - Die Hintermänner der Chemnitz-Krawalle

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Die Polizei hatte die Steckbriefe vorsorglich entfernt, da in den sozialen Netzwerken zur Sachbeschädigung des Büros aufgerufen wurde. Die anscheinend unerlaubte Verwendung von Fotos des Jüdischen Forums in Berlin sowie des Logos der sächsischen Kampagne "So geht Sächsisch" hatten bereits zu einer Unterlassungserklärung und einer Abmahnung geführt.

Nun gaben die Aktivisten über die "Soko Chemnitz"-Webseite bekannt, dass sie ihr Ziel erreicht hätten: Die Seite habe den Zweck gehabt, dass Neonazis den eigenen Namen in die Suchfunktion der Webseite eingeben sollten. Diese Suchdaten wurden laut ZPS "gemäß Datenschutzbestimmung" unter Pseudonym erfasst und anschließend ausgewertet.

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"Die Aktion war eine Falle, ein sogenannter Honeypot, wie auf der Website jetzt nachlesbar ist", sagte ZPS-Gründer Philipp Ruch dem Evangelischen Pressedienst in Berlin. Innerhalb von drei Tagen sei ein "riesiger Datenschatz" entstanden. Durch einen Algorithmus könnten nun die Verbindungen Rechtsextremer in Deutschland abgebildet werden.

Bereits in der Vergangenheit hatte das Kollektiv mit umstrittenen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht - etwa im vergangenen Jahr, als die Aktivisten vor dem Privathaus des AfD-Mannes Björn Höcke im thüringischen Bornhagen eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals errichtet hatten. Damit wollten sie gegen die Rede Höckes protestieren, in der er das Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte.

Im Video: Protest-Aktion - Herr Höcke und sein Holocaust-Mahnmal

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