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Gestorben Ben Wagin, 91

aus DER SPIEGEL 32/2021
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Rolf Zoellner / epd-bild

Der Künstler und Aktivist eignete sich Berlin auf seine Weise an. Wann und wo immer es ging in der Stadt, pflanzte er Bäume, angeblich wurden es Zehntausende im Laufe der Jahre. Besonders hatten es ihm die langlebigen Ginkgos angetan. Außerdem wurde Ben Wagin bekannt dafür, jeden zu duzen: Sammler, Journalisten, auch Politiker. Von denen würdigten ihn nun viele, zum Beispiel der Regierende Bürgermeister der Stadt, der betonte, Leute wie dieser Künstler würden gebraucht, weil sie sich unablässig einmischten.

Aus: DER SPIEGEL 32/2021

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Wagin kam 1930 zur Welt, als Kind erlebte er den Krieg, als Teenager floh er aus Pommern, später studierte er Kunst, wurde Assistent eines Bildhauers. Doch schienen vor allem Bäume seine Sehnsucht nach Frieden auszudrücken. »Krieg zetteln sie nicht an«, sagte er selbst dazu. In den Siebzigerjahren gründete er den Baumpatenverein, 1990 richtete er nahe des Reichstags ein »Parlament der Bäume« ein. Teile dieser begrünten Stätte mussten später einem Regierungsneubau weichen, doch auf dem restlichen Gelände kann bis heute jener Todesopfer gedacht werden, die an der Berliner Mauer gestorben sind.

Der Künstler blieb bis zum Schluss unermüdlich. Noch im April setzte er vor der Neuen Nationalgalerie drei Silberahorne ein, im Beisein der Kulturstaatsministerin. Ben Wagin starb am 28. Juli in Berlin.

uk
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