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»GESUNDBLEIBEN WÜRDE SICH LOHNEN«

Mehr als 330 Millionen Mark verbrauchten die bundesdeutschen Angestellten-Krankenkassen im letzten Jahr für Verwaltungsausgaben -- nahezu acht Prozent der Beiträge, über 50 Mark je Mitglied. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen mußten für Verwaltungszwecke rund fünf Prozent der Beitragssumme abzweigen, insgesamt mehr als 510 Millionen Mark. Ein anderes, effektiveres Modell der Krankenversicherung -- grundsätzlich verschieden von der staatlich verordneten und bürokratisierten Vorsorge für den Krankheitsfall in der Bundesrepublik -- wird seit etlichen Jahren in den Vereinigten Staaten erprobt. Hundert Arzte und 100 000 Bürger haben sich in Seattle (US-Staat Washington) zu einer Art Gesundheits-Kommune zusammengeschlossen. Diesem Verband auf Gegenseitigkeit gehört auch der Kinderarzt Dr. Alfred W. Bauer an. Der deutschbürtige Mediziner war nach einigen Jahren ärztlicher Tötigkeit in Amerika zurückgekehrt und hatte -- vergeblich -- versucht, eine Praxis aufzubauen. Als der SPIEGEL (9/1968) einen Bericht Dr. Bauers über die Gründe seiner Re-Emigration in die USA druckte, wurde der Arzt von Standeskollegen als »resignierend-larmoyanter Moralist« geschmäht; das »Berliner Ärzteblatt« hingegen befand, seine Kritik treffe »das System der deutschen sozialen Krankenversicherung eben doch an vielen empfindlichen Stellen«. Dem Bericht Dr. Bauers über die »Kooperative« in Seattle ist der folgende Auszug entnommen.
aus DER SPIEGEL 38/1968
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