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FOTOGRAFIE Glamour von gestern

aus DER SPIEGEL 50/1999

Eine Tankstelle im kalifornischen San Bernardino, 1978: Ein Autoreifen war geplatzt, und während der Möbelverkäufer Herb Ritts auf die Reparatur wartete, fotografierte er aus Spaß einen seiner Begleiter, einen unbekannten Schauspieler. Drei Monate später druckten gleich drei amerikanische Edel-Magazine diese Bilder - denn der Begleiter hieß Richard Gere und war inzwischen zum Superstar aufgestiegen. Schon bald gehörte auch der Fotograf zu den Prominentesten (und Bestbezahlten) seiner Zunft: Herb Ritts, heute 47, darf immer dann seine Kameras auspacken, wenn etwa Liz Taylor ihre Operationsnarben präsentieren möchte, Madonna ihre neue Frisur oder Monica Lewinsky ihr neues Selbstbewusstsein. »Es ist die innere Schönheit, die zählt«, behauptet Ritts kühn und beweist doch mit jedem Bild das Gegenteil - wie kaum ein anderer Fotograf prägte er die Glamour-Optik der achtziger Jahre; wie kaum ein anderer ist er der Ästhetik dieses Jahrzehnts bis heute treu geblieben. Jetzt hat Ritts das Illustrierten-Ghetto vorübergehend verlassen: Die Fondation Cartier pour l'art contemporain in Paris zeigt im Rahmen einer großen Ritts-Retrospektive rund hundert seiner Fotografien (bis 12. März).

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