Betonkünstler Architekt Gottfried Böhm ist tot

Kirchen wie Gebirge, Rathäuser wie Burgen – Architekt Gottfried Böhm erbaute spektakuläre Betongebäude und wurde als erster Deutscher mit dem Pritzkerpreis ausgezeichnet. Nun ist er hochbetagt gestorben.
Gottfried Böhm (1920–2021)

Gottfried Böhm (1920–2021)

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Der Kölner Architekt Gottfried Böhm ist tot. Er starb im Alter von 101 Jahren, wie sein Büro am Donnerstag bestätigte. Böhm wurde durch spektakuläre Kirchenbauten wie den Pilgerdom in Neviges bei Düsseldorf berühmt. Er galt als einer der gefragtesten Architekten der Nachkriegszeit und hat mehr als 50 Sakralbauten geschaffen.

Böhm, der in Offenbach geboren wurde und in Köln aufwuchs, war der Sohn des Architekten Dominikus Böhm (1880–1955). Dieser machte sich einen Namen als Kirchenbauer, und der Sohn trat in seine Fußstapfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Gotteshäuser in Deutschland zerstört, gleichzeitig wuchs die Mitgliederzahl der beiden großen Kirchen noch stark, und Geld war bald reichlich vorhanden.

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Gottfried Böhms Betonbauten

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Gottfried Böhms zerklüftete Beton-Wallfahrtskirche in Neviges gilt als sein Hauptwerk und polarisierte seit ihrer Eröffnung 1968. Sie erhielt bald den Beinamen »Gottesgebirge«. Er schuf mehr als 50 sakrale Bauten. Nicht alle sind so wuchtig wie Neviges, er konnte auch ganz leichte, helle Räume schaffen. Böhms bedeutendster Profanbau ist das Rathaus von Bensberg bei Köln.

Böhm hat fast nur in Deutschland gebaut, aber er wurde international wahrgenommen. So erhielt er 1986 als erster Deutscher den Pritzkerpreis, der als die weltweit wichtigste Architekturauszeichnung gilt. Zusammen mit seiner 2012 gestorbenen Frau Elisabeth, ebenfalls eine Architektin, entwarf Böhm unter anderem die WDR-Arkaden in der Kölner Innenstadt.

cpa/dpa
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