Klimaaktivistin Greta Thunberg posiert für »Vogue« – und kritisiert die Modebranche

Im Trenchcoat und mit Pferd hat sich Greta Thunberg für »Vogue Scandinavia« fotografieren lassen. Die Klimakämpferin wies zugleich auf die Verfehlungen der Kleidungsindustrie hin.
Titelblatt der »Vogue Scandinavia«

Titelblatt der »Vogue Scandinavia«

Foto: Alexandrov Klum / Vogue Scandinavia / dpa

Zuletzt war es nach dem Trubel der vergangenen Jahre etwas ruhiger um Greta Thunberg geworden. Im Juni nahm die schwedische Klimaaktivistin ihren Schulstreik fürs Klima in Stockholm wieder auf. Mit ihrer Aktion hatte sie einst die Protestwelle Fridays for Future mit ausgelöst. Nun zeigt sich Thunberg erneut öffentlich, wenn auch in einem ganz anderen Forum. Sie ziert das Cover der ersten Ausgabe der »Vogue Scandinavia« – und nutzt die Gelegenheit für Kritik an der Modebranche.

Die Schwedin stellte am Sonntagabend ein Bild der Titelseite des neuen skandinavischen Ablegers des Modemagazins auf ihre Social-Media-Kanäle. Darauf trägt sie eine Art übergroßen Trenchcoat und streichelt in einem Waldstück ein Pferd.

Dazu wies sie auf Twitter und Instagram auf die Probleme hin, die mit schneller Mode einhergehen. »Die Modeindustrie trägt erheblich zum Klima- und Umweltnotfall bei, ganz zu schweigen von ihrem Einfluss auf die unzähligen Arbeiter und Gemeinschaften, die auf der ganzen Welt ausgebeutet werden, damit einige Fast Fashion genießen können, die viele als Wegwerfartikel behandeln.«

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Dabei versuchten manche in der Branche mit kostspieligen Kampagnen, den Eindruck zu erwecken, nachhaltig, klimaneutral und fair zu sein, schrieb die 18-Jährige. Es handele sich dabei aber fast immer um reines Greenwashing – also Maßnahmen, mit denen sich Unternehmen ein grünes Image verleihen wollen, ohne wirklich etwas für Klima und Umwelt zu tun.

»So, wie die Welt heute geformt ist, kann man Mode nicht in Massen produzieren oder ›nachhaltig‹ konsumieren«, so Thunberg. »Das ist einer der vielen Gründe, warum wir einen Systemwechsel brauchen werden.«

Thunberg erzählte dem Magazin unter anderem , dass sie seit Jahren keine neue Kleidung mehr gekauft habe. »Das letzte Mal, dass ich etwas Neues gekauft habe, war vor drei Jahren, und es war secondhand. Ich leihe mir einfach Sachen von Leuten, die ich kenne.«

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Erst der Schulstreik, dann die Klimabewegung

Wie die Zeitung »Expressen« berichtete, schrieb das Magazin selbst in einer Mitteilung, dass Thunberg die Werte der Zeitschrift zu nachhaltigem Leben und Umweltschutz teile. Die Kleidung, die sie auf den Bildern trage, sei aus nachhaltigem, recyceltem Material gemacht.

Vor dem Parlament hatte die junge Schwedin im August 2018 begonnen, mit einem zunächst einsamen Protest mehr Klimaschutz von der Politik einzufordern. Daraus hatten sich innerhalb weniger Monate Fridays for Future und internationale Großproteste mit Hunderttausenden Teilnehmern entwickelt. Die Coronapandemie hatte solche Massenproteste dann länger unmöglich gemacht.

jok/dpa