Neun Jahre nach Diebstahl Griechische Polizei stellt Picasso-Gemälde »Frauenkopf« sicher

Seit 2012 war das Werk verschollen – damals raubten es Einbrecher aus der Athener Pinakothek. Nun ist Picassos »Frauenkopf« in einem Lagerhaus gefunden worden. Ein Mann gilt als dringend tatverdächtig.
Picasso-Werk »Frauenkopf« vor dem Raub im Jahr 2012

Picasso-Werk »Frauenkopf« vor dem Raub im Jahr 2012

Foto: Christina Zachopoulou/ dpa

Einer der spektakuläreren Kunstraube der jüngeren Vergangenheit scheint kurz vor der Aufklärung zu stehen. Zumindest das millionenschwere Diebesgut ist schon einmal sichergestellt. Die griechische Polizei hat Pablo Picassos Werk »Frauenkopf« beschlagnahmt, das vor mehr als neun Jahren aus der Athener Pinakothek gestohlen worden war.

Bei dem mutmaßlichen Drahtzieher des Kunstraubs soll es sich um einen 49 Jahre alten Mann handeln, berichteten griechische Medien am Montagabend.

Sowohl das Picasso-Gemälde als auch ein Bild von Piet Mondrian seien in einem Lagerhaus rund 50 Kilometer von Athen entfernt aufgespürt worden. Der Mondrian soll beschädigt sein. Das Kultusministerium in Athen bestätigte das Wiederauftauchen der Werke.

Am Dienstagvormittag sollen auf einer Pressekonferenz Details dazu bekannt gegeben werden. Die Polizei hatte die Ermittlungen vergangenen Februar erneut aufgenommen, weil Experten davon ausgingen, dass der »Frauenkopf« auf dem Schwarzmarkt nie verkauft werden konnte – und Griechenland deshalb auch nie verlassen hatte.

Picassos Bild hat für Griechenland neben dem Schätzwert von rund 16,5 Millionen Euro eine weitere, besondere Bedeutung: Das Bild wurde dem Land einst vom Künstler höchstpersönlich für den Widerstand gegen die Nationalsozialisten übergeben.

Wächter konnte Täter nicht stellen

Das Picasso-Werk war im Januar 2012 bei einem Einbruch gestohlen worden. Wie die Polizei damals erklärte, seien der oder die Täter durch ein Fenster in die Pinakothek gelangt. Der Einbruch wurde bemerkt, als kurz vor fünf Uhr morgens die Alarmanlage des Museums aktiviert wurde. Ein Wärter habe einen wegrennenden Mann gesehen, hieß es.

Die Nationalgalerie in Athen wurde 1900 gegründet. Ihr Schwerpunkt liegt auf Werken griechischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert, doch auch Werke von Delacroix, Brueghel oder Caravaggio gehören ihr.

jok/dpa
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