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Groucho contra Warner Brothers

aus DER SPIEGEL 33/1981

Groucho, der 1977 verstorbene Chaplin-Freund und Sketchwriter des legendären Filmkomiker-Quartetts »The Marx Brothers«, ist nicht nur mit politischen Autoritäten aggressiv und witzig umgesprungen. Sein loses Mundwerk hat sich auch mit den unter Hollywoods Produzenten übermächtigen Warner Brothers angelegt. Ein amüsantes Zeugnis dafür sind seine Briefe, die unter dem Titel »Die Groucho-Letters« demnächst bei Carl Hanser erscheinen und auswahlsweise bereits jetzt im von Klaus Wagenbach und Barbara Herzbruch redigierten »Freibeuter 8« zu besichtigen sind: Als Groucho und Co. »Eine Nacht in Casablanca« planten, kündigten einige »Winkeladvokaten« (Groucho) des Warner-Clans gerichtliche Schritte gegen den Filmtitel an, da er sie zu sehr an den 1943 erfolgreichen »Casablanca«-Streifen mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman erinnerte. Groucho an Jack und Harry Warner: »Sie behaupten, der Name Casablanca gehöre Ihnen. Wie verhält es sich denn mit dem Namen 'Warner Brothers'? Sie haben vielleicht das Recht, den Namen Warner zu führen, wie aber steht es mit 'Brüder'? Berufsmäßig waren wir Brüder, lange bevor Sie es waren; und vor uns gab es bereits andere Brüder -die Brüder Karamasow, die Dan Brothers sowie das Sprichwort 'Bruder, kannst du mir was pumpen?'« Alsdann rechnet er mit der angeblichen Exklusivität des Taufnamens Jack ab und beweist, daß The Ripper schon Jack gerufen wurde. Die Warners pfiffen ihre Anwälte zurück. 1946 kam »Eine Nacht in Casablanca« in die Kinos.

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