Im Alter von 100 Jahren Hörfunk-Pionierin Mösler ist tot

Sie war als erste Frau in der Hörfunkdirektion beim Bayerischen Rundfunk. Nun ist Gustava Mösler gestorben. Der BR erinnert an eine »beeindruckende, mutige und meinungsstarke Journalistin«.
Gustava Mösler: »Großes Engagement, Sachkenntnis und ehrliche Fürsorge«

Gustava Mösler: »Großes Engagement, Sachkenntnis und ehrliche Fürsorge«

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Foto Sessner / BR

Die frühere BR-Hörfunkdirektorin Gustava Mösler ist tot. Sie starb im Alter von 100 Jahren, wie der Bayerische Rundfunk (BR) am Mittwoch mitteilte . Nach Angaben ihrer Angehörigen sei sie am Montag friedlich im Kreis der Familie eingeschlafen.

»Dr. Gustava Mösler war eine Pionierin und eine beeindruckende, mutige und meinungsstarke Journalistin. Der Bayerische Rundfunk, ja die ganze ARD, hat ihr viel zu verdanken«, kondolierte BR-Intendantin Katja Wildermuth. »Mit großem Engagement, Sachkenntnis und ehrlicher Fürsorge für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sie den Bayerischen Rundfunk in die Zukunft geführt.«

Die gebürtige Helgoländerin kam Anfang der Fünfzigerjahre nach einem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Wirtschaft zum BR. Von der Kulturabteilung führte ihr Weg zunächst zur Sendung »Nachtstudio«, die sie viele Jahre prägte. In den Siebzigerjahren übernahm sie die Leitung der Wissenschaftsredaktion, 1980 wurde sie zur Hauptabteilungsleiterin Kultur berufen, 1982 zur Hörfunkdirektorin. Dass damit nicht alle männlichen Kollegen einverstanden gewesen waren, wusste Mösler: »Die waren natürlich dagegen (…) Ja, sie mussten es dann akzeptieren, aber gerne haben sie das nicht getan.«

Für ihre Leistungen erhielt Mösler 1985 die Bayerische Verfassungsmedaille.

sak/dpa
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