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NEU IN DEUTSCHLAND Halldór Laxness: »Das Fischkonzert«.

aus DER SPIEGEL 19/1961

Der 59jährige isländische Nobelpreisträger benutzt die weniger erschütternde als amüsante Geschichte von der Kindheit und Jugend eines elternlosen Jungen, um die Einwirkung der europäischen Zivilisation auf seine nordische Heimat darzustellen. In die provinzierische Enge einer Kleinstadt verstrickt, in der die alten Sagen fast höher bewertet werden als Wirklichkeit und Wahrheit, kennt Romanheld Alf Grimur jahrelang kein anderes Lebensziel, als es seinem Erzieher, einem alten, eigenbrötlerischen Fischer, gleichzutun und Krabben zu fangen. Die Freundschaft mit einem Einheimischen, der gelegentlich zu Besuch kommt und von dem es heißt, daß er im fernen Dänemark ein berühmter Sänger geworden sei, stachelt schließlich den Ehrgeiz des jungen Grimur an. Seine Sehnsucht, aus der Isolierung in eine von ihm als großartig empfundene Welt hinüberzuwechseln, erlischt auch dann nicht, als er erfährt, daß sein Freund mehr Hochstapler als Künstler ist und in erdrückenden sozialen Verhältnissen lebt: Grimur verläßt das mit kauzigen und verschrobenen Figuren bevölkerte Island des Zivilisationskritikers Laxness, um in Dänemark sein Glück zu suchen. (Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg; 316 Seiten; 18 Mark.)

Laxness

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