Fantasy-Spektakel Amazon will »Herr der Ringe«-Serie nicht mehr in Neuseeland drehen

Hobbits, Orks und die beeindruckende Naturlandschaft Neuseelands – das gehörte bisher zusammen. Ab der zweiten Staffel wird Amazon die »Herr der Ringe«-Serie allerdings in einem anderen Land filmen lassen.
Parade zur Premiere des dritten »Herr der Ringe«-Films in Wellington, Neuseeland (2003)

Parade zur Premiere des dritten »Herr der Ringe«-Films in Wellington, Neuseeland (2003)

Foto: ANDE MERTL / AFP

Die unberührte Natur Neuseelands war – neben Schauspielern, Drehbüchern und Spezialeffekten – ein wichtiger Faktor für den Erfolg der »Herr der Ringe«-Filme. Auch die »Hobbit«-Filme sorgten dafür, dass die Tolkien-Werke eng mit dem Inselstaat in Verbindung stehen. Zudem bedeuteten sie vor Ort einen erheblichen Wirtschaftsfaktor.

Nun jedoch hat Amazon Studios beschlossen, die Fernsehproduktion für die Serie »Herr der Ringe« von Neuseeland nach Großbritannien zu verlegen. Dies teilte der weltgrößte Onlinehersteller gegenüber der neuseeländischen Regierung mit.

»Die Regierung wurde gestern über diese Entscheidung informiert«, sagte Stuart Nash, Minister für wirtschaftliche Entwicklung, und drückte seine Enttäuschung über diesen Schritt aus. »Amazon Studios will die Arbeiten an der Nachproduktion der ersten Staffel bis Juni 2022 in Neuseeland fortsetzen. Ab der zweiten Staffel soll im Vereinigten Königreich gedreht werden.« Amazon wolle seine Produktionsfläche in Großbritannien erweitern und seine Präsenz dort ausbauen, sagte Nash.

Die ersten Folgen sollen ab September 2022 wöchentlich veröffentlicht werden.

Die Serie soll nach bisherigen Angaben Tausende von Jahren vor den Kinofilmen spielen. So würden die Zuschauer zurück in eine Ära geführt, wie es in einer Mitteilung von Amazon im Januar hieß, »in der große Mächte geschmiedet wurden, Königreiche zu Ruhm aufstiegen und darnieder gingen, unerwartete Helden auf die Probe gestellt wurden, Hoffnung an dem dünnsten aller Fäden hing, und der größte Bösewicht, der jemals aus Tolkiens Feder floss, drohte, die ganze Welt in Dunkelheit zu hüllen«.

Serie dürfte alle Kostenrekorde sprengen

Der US-Konzern gibt allein für die Dreharbeiten der ersten Staffel 465 Millionen Dollar aus. Neuseeland zieht nun als Konsequenz einen fünfprozentigen Finanzierungszuschuss aus dem Film Produktionsgrant zurück. Ein weiterer 20-prozentiger Zuschuss sei schon in Anspruch genommen worden, so die Regierung.

Amazon dreht seit vergangenem Jahr in Auckland und beschäftigt für die Produktion mehr als 1200 Mitarbeiter, weitere 700 sind laut der neuseeländischen Regierung indirekt involviert. Es wurde über Jahre mit positiven Auswirkungen auf die neuseeländische Wirtschaft und den Tourismus gerechnet.

Amazon Studios plant, fünf Staffeln der Serie zu produzieren, was diese zu einer der teuersten Fernsehserien aller Zeiten machen würde.

jok/Reuters
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