Hohe Ehrung Herta Müller erhält Pour le Mérite

Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller gehört nun einem weiteren illustren Kreis an. In Berlin wurde sie für ihre Verdienste um Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.
Herta Müller mit den beiden weiteren Ordensträgern, Christopher Clark (links) und Peter Schäfer

Herta Müller mit den beiden weiteren Ordensträgern, Christopher Clark (links) und Peter Schäfer

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Herta Müller ist bei einem Festakt in Berlin in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen worden. Außerdem wurden der bereits 2019 gewählte britische Historiker Christopher Clark sowie der Judaist Peter Schäfer als neue Ordensmitglieder gewürdigt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam zu der Veranstaltung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Der Orden wird für Verdienste (»Pour le mérite«) um Wissenschaft und Kunst verliehen. Ihm gehören laut der Ankündigung aus dem Haus der Kulturstaatsministerin Claudia Roth 36 deutsche und 37 ausländische Mitglieder an, darunter 14 Nobelpreisträger. Die Auszeichnung hat eine lange Tradition: Der Orden wurde im Jahre 1842 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. gegründet. 1952 wurde er vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss wiederbelebt.

Herta Müller, die im damals kommunistischen Rumänien aufwuchs und 1987 nach Deutschland ausreiste, hatte 2009 den Nobelpreis für Literatur erhalten.

Die Schriftstellerin wurde damals unter anderem für ihren Roman »Atemschaukel« und ihre realitätsnahen Darstellungen des Lebens unter kommunistischer Führung in Rumänien ausgezeichnet. Sie habe den Mut gehabt, gegen »die provinzielle Unterdrückung und den politischen Terror« kompromisslos Widerstand zu leisten, hieß es 2009 in der Laudatio. Den Nobelpreis verdiene sie für den »künstlerischen Gehalt dieses Widerstands«.

Müller wurde 1953 in Nitchidorf im deutschsprachigen Raum Rumäniens geboren, 1987 ging sie nach Deutschland ins Exil. In ihre Werke flossen immer wieder autobiografische Erfahrungen ein. So verarbeitete sie das Schicksal ihrer Mutter, die wie viele Rumäniendeutsche 1945 in die Sowjetunion deportiert worden war. Wegen ihrer kritischen Haltung zum Ceaușescu-Regime wurde Müller in ihrer Heimat mit einem Publikationsverbot belegt.

svs/dpa
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