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Historienschau: Darmstadt barock

aus DER SPIEGEL 39/1980

Die Wittelsbacher sind abgehakt, die Preußen stehen bevor. Dazwischen ist noch Zeit zur Rück-Schau auf kleinere deutsche Stämme, Dynastien und Residenzen. Jetzt wird »Darmstadt in der Zeit des Barock und Rokoko« als Ausstellung aufbereitet (bis 9. November). Ein facettenreiches Historienbild: In der Teil-Landgrafschaft (dem späteren Großherzogtum) Hessen waren die Herrscher trotz horrenden, aber von keinem Bischof gerügten Staatsschulden auf Prachtentfaltung, Parforcejagd und Theaterbetrieb erpicht. Sie ließen, nach einem Schloßbrand 1715, aufwendig neu bauen, während bedeutende Physiker und Techniker des Territoriums systematische Förderung entbehren mußten. Mehr bürgerlich inspiriert war der »empfindsame Kreis«, durch den sich Goethe »belebt« fand. Die Bauern hungerten wie üblich. Das alles wird im Darmstädter Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe durch viele Bilder, Stiche und Objekte (Spezialabteilungen für den Schloß-Baumeister de la Fosse und den Maler Johann Conrad Seekatz) ein wenig mühsam vermittelt. Schlüssiger liest man's, für 35 Mark, im zweibändigen Katalog.

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