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Hockneys Tribut an Picasso

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aus DER SPIEGEL 32/1984

Anfangs waren seine Photos nur Erinnerungsbilder, später benutzte er die Kamera für detaillierte Photostudien zu seinen Gemälden. Aber zwischen 1981 und 1983 hat der britische Maler David Hockney kaum einen Pinsel angerührt, statt dessen machte er Zehntausende von Photos, die er zu Collagen zusammenfügte. Das Ergebnis ist jetzt in einem Bildband dokumentiert (David Hockney: »Cameraworks«. Kindler Verlag, München; 198 Mark). Die Motive: vor allem Porträts aus dem Freundeskreis und Innenansichten des Hockney-Hauses in Hollywood samt Swimming-pool. Verwirrend erscheint dem Betrachter die gekünstelte Vielfalt der Collagen, die Details oft aus unterschiedlicher Perspektive nebeneinanderstellt. Doch Hockney beharrt darauf, daß seine Art des Sehens die eigentlich wahre sei, da sich ein Gesamtbild stets aus vielen Einzelwahrnehmungen zusammensetze. Etwaige Kubismus-Assoziationen sind beabsichtigt: Arbeiten wie »Celia« sind als Hommage des Briten an Picasso zu verstehen. »Diese Gemälde«, sagt Hockney und meint damit auch seine Collagen, »handeln vom intimen Sehen.«

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