Bilbo Beutlin aus "Herr der Ringe" Schauspieler Ian Holm ist tot

Als Bilbo Beutlin in der Trilogie "Herr der Ringe" wurde er weltberühmt: Nun ist Ian Holm im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Durchbruch gelang ihm vor mehr als 40 Jahren in "Alien".
Ian Holm im Dezember 2012 bei der Premiere von "The Hobbit: An Unexpected Journey" in London

Ian Holm im Dezember 2012 bei der Premiere von "The Hobbit: An Unexpected Journey" in London

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Jon Furniss/ AP

Der Schauspieler Sir Ian Holm ist tot. Laut dem "Guardian"  und der Nachrichtenagentur PA bestätigte sein Agent, dass Holm am Freitag friedlich in einem Krankenhaus eingeschlafen sei.

Holm, der 1931 in Essex geboren wurde, beschrieb seine Kindheit als eine idyllische Zeit. Schon früh wusste er, dass er Schauspieler werden wollte. 1960 wurde er schließlich Teil der Royal Shakespeare Company, mit der er große Erfolge feierte. So brachten ihm seine Rollen in "Henry V." und in "The Homecoming" Preise wie etwa einen Tony Award ein.

Lampenfieber

Weil Holm sehr unter Lampenfieber litt und während einer Aufführung 1976 einen Zusammenbruch erlitt, suchte er seine Rollen zusehends fernab von der Bühne. 1979 gelang ihm mit "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" der internationale Durchbruch.

In Ridley Scotts Science-Fiction-Drama spielte er an der Seite von Sigourney Weaver die Rolle des Androiden Ash. Unvergessen die Szene, in der die Mannschaft den Kopf des künstlichen Menschen wiederbelebt, der sie ungerührt darüber informiert, dass sie keine Chance gegen das Alien hat.

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Ian Holm und seine Rollen

Foto: New Line/ interTOPICS/ mptv/ ddp images

Diese kurze Sequenz nimmt eine Qualität vorweg, die Holm fortan in vielen eindrücklichen Haupt- und Nebenrollen einbrachte: Er spielte exzentrische Figuren mit einer gravitätischen Ruhe und grundierte selbst bösartige Charaktere mit melancholischer Menschlichkeit.

Seine Rolle als geächteter Lauftrainer in "Die Stunde des Siegers" brachte Holm eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller ein. In dem Zeitreise-Spaß "Time Bandits" von "Monty Python"-Mitglied Terry Gilliam spielte er Napoleon. Zu noch größerer Form lief Holm in dem ebenfalls von Gilliam inszenierten dystopischen Science-Fiction-Meisterwerk "Brazil" auf: Mit der Figur Mr. Kurtzman demaskierte er einen unten tretenden und nach oben buckelnden Bürokraten.

Zum Ritter geschlagen

1997 kehrte Holm wieder auf die Bühne zurück: Er spielte in "King Lear" am National Theatre in London. Auf der Leinwand war er im gleichen Jahr in seiner wohl nachdrücklichsten Filmrolle zu sehen: In dem leisen Drama "Das süße Jenseits" spielte er einen innerlich zerrissenen Anwalt, der nach einem tragischen Unfall mit einem Schulbus eine Sammelklage anstrengt. 1998 später wurde er für seine Verdienste von der Queen zum Ritter geschlagen.

Seine wohl bekannteste Rolle allerdings stand ihm da noch bevor: die des Bilbo Beutlin in der "Herr der Ringe"-Trilogie von Peter Jackson. Nachdem Holm in der Rolle des mutigen Hobbits schon einmal bei einer Radioadaption des Stoffs von J. R. R. Tolkien mitgewirkt hatte, wurde er 1999 für die Filme gecastet. Auch im ersten und dritten Teil der "Hobbit"-Trilogie war Holm in der Rolle des älteren Hobbits auf der Leinwand zu sehen.

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Holm gewann zahlreiche Preise. Der Schauspieler war viermal verheiratet und hat fünf Kinder.

Nun ist er im Beisein seiner Pfleger und Familie gestorben. Dem "Guardian" zufolge litt Holm an einer Parkinson-Erkrankung. Er wurde 88 Jahre alt.

evh/bam/dpa
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