Zur Ausgabe
Artikel 81 / 120
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

KINO »Ich bin's gewohnt, auf Männer herabzusehen«

Die holländische Schauspielerin Famke Janssen, 37, über Frauen in Hollywoods Actionfilmen und ihre Rolle in der neuen Agenten-Komödie »I Spy«
aus DER SPIEGEL 2/2003

SPIEGEL: Frau Janssen, wie fühlt man sich, wenn man mit einer Größe von 1,80 Meter die beiden männlichen Stars in einem Hollywood-Film überragt?

Janssen: Ziemlich gut. Wenn ich ehrlich bin, muss ich aber zugeben, dass ich zwar größer als Eddie Murphy, aber nicht größer als Owen Wilson bin. Doch unsere Regisseurin Betty Thomas, die in etwa meine Größe hat, kam auf die Idee, dass ich mir Stöckelschuhe anziehen sollte. Es hat uns amüsiert, dass ich auf diese Weise beide Männer in den Schatten stelle.

SPIEGEL: Eine Verschwörung der Frauen?

Janssen: Nicht unbedingt. Für mich war das nicht neu. Ich bin's gewohnt, auf Männer herabzusehen.

SPIEGEL: Und doch sind Sie an den Actionszenen in »I Spy« nur selten beteiligt. Bedauern Sie das?

Janssen: Überhaupt nicht. In einem meiner letzten Filme, »Sag kein Wort«, liege ich die Hälfte der Zeit mit einem Gipsbein im Bett. Ich fand es toll, mich ganz auf meine Rolle konzentrieren zu können, während sich Michael Douglas mit den Bösewichtern herumschlagen musste.

SPIEGEL: Dabei sind Sie doch auch Schauspielerin geworden, um nicht mehr starr als Model posieren zu müssen.

Janssen: In der Regel fällt es mir schwer, still zu stehen, als Model habe ich mich so viel wie möglich bewegt. Ich mag Rollen, die mich physisch fordern, aber dies muss aus der Figur erwachsen und darf nicht aufgesetzt wirken. Wenn Frauen in Hollywood-Filmen herumprügeln wie Arnold Schwarzenegger, scheint mir das eine etwas kindische Vorstellung von Gleichberechtigung zu sein. Wir können die Männer doch ganz anders erledigen.

SPIEGEL: Wie?

Janssen: Wie in »I Spy": mit Charme, Witz und Sex. Und ab und zu schlagen wir eben zu.

Zur Ausgabe
Artikel 81 / 120
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.