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»ICH GLAUBE, ES IST BESSER, WENN ICH TOT BIN«

Mehr als eine Million Bundesbürger leiden unter Depressionen; oft bleibt ihr Leiden, das auch körperliche Beschwerden auslösen kann, unentdeckt (siehe Seite 202). Der Fragebogentest, den der britische Mediziner K. Rawnsley zusammenstellte, soll auch dem praktischen Arzt ermöglichen, einen Verdacht auf Depression zu erhörten oder zu verwerfen. Ein Patient, dessen Antworten insgesamt zehn oder mehr Punkte ergeben, sollte vom Facharzt genauer untersucht werden.
aus DER SPIEGEL 45/1968

0 Ich bin nicht traurig.

1 Ich bin schwermütig oder traurig.

2a Ich bin dauernd schwermütig oder traurig und kann aus dieser Stimmung nicht herauskommen.

2b Ich bin so traurig und unglücklich, daß es mich quält.

3 Ich bin so traurig und unglücklich, daß ich es nicht mehr aushalten kann.

0 Ich sehe nicht besonders ängstlich oder mutlos in die Zukunft.

1 Ich sehe mutlos in die Zukunft.

2a Ich glaube, ich habe nichts mehr zu erwarten.

2b Ich fürchte, ich werde aus meinen Schwierigkeiten nicht mehr herauskommen.

3 Ich glaube, daß meine Zukunft hoffnungslos ist und die Dinge sich nicht zum Besseren wenden können.

0 Ich fühle mich nicht als Versager.

1 Ich glaube, ich habe öfter versagt als die meisten anderen Menschen.

2a Ich glaube, ich habe im Leben wenig geschafft, was sich gelohnt hätte oder was von Bedeutung ist.

2b Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, sehe ich eine Menge Fehlschläge.

3 Ich glaube, ich bin ein völliger Versager (als Vater, Mutter, Ehemann, Ehefrau).

0 Ich bin nicht unzufrieden.

1a Ich fühle mich meist gelangweilt.

1b Ich kann mich nicht mehr so freuen wie früher.

2 Mich kann nichts mehr befriedigen.

3 Ich bin mit allem unzufrieden.

0 Ich habe keine besonderen Schuldgefühle.

1 Ich habe oft das Gefühl, daß ich schlecht oder wertlos bin.

2a Ich habe oft ziemliche Schuldgefühle.

2b Ich habe dauernd das Gefühl, schlecht und wertlos zu sein.

3 Ich glaube, daß ich ein sehr schlechter, wertloser Mensch bin.

0 Ich habe nicht das Gefühl, vom Schicksal gestraft zu sein.

1 Ich habe das Gefühl, daß mir etwas Schlimmes zustoßen könnte.

2 Ich glaube, daß das Schicksal mich straft oder strafen wird.

3a Ich fühle, daß ich solche Schicksalsschläge verdiene.

3b Ich wünsche mir, daß ich gestraft werde.

0 Ich bin mit mir nicht unzufrieden.

1a Ich bin von mir enttäuscht.

1b Ich kann mich selbst nicht leiden.

2 Ich ekele mich vor mir selber.

3 Ich hasse mich.

0 Ich meine nicht, daß ich schlechter bin als sonst irgend jemand.

1 Ich bin sehr kritisch, was meine Schwächen oder Fehler angeht.

2a Ich mache mir Vorwürfe bei allem, was schiefgeht.

2b Ich glaube, daß ich viele schlimme Fehler habe.

0 Ich käme nicht auf die Idee, mir selber etwas anzutun.

1 Ich denke manchmal daran, mir etwas anzutun, aber ich brächte es nicht fertig.

2a Ich glaube, es wäre besser, wenn ich tot wäre.

2b Ich habe bestimmte Vorstellungen, wie man Selbstmord verübt.

2c Ich glaube, meine Familie wäre besser dran, wenn ich tot wäre.

3 Ich würde mich umbringen, wenn ich es könnte.

0 Ich weine nicht öfter als früher.

1 Ich weine häufiger als früher.

2 Ich weine jetzt dauernd. Ich kann auch nicht aufhören zu weinen.

3 Früher konnte ich weinen; aber jetzt habe ich keine Tränen mehr, selbst wenn ich weinen möchte.

0 Ich bin nicht reizbarer als früher.

1 Ich werde leichter ungeduldig oder gereizt als früher.

2 Ich bin dauernd gereizt.

3 Was mich sonst geärgert hat, regt mich nun schon nicht mehr auf.

0 Ich habe das Interesse an anderen Menschen nicht verloren.

1 Mich interessieren andere Leute weniger als früher.

2 Ich kümmere mich kaum noch um andere Menschen und kann wenig für sie empfinden.

3 Ich habe mein Interesse an anderen Menschen verloren und kümmere mich nicht mehr um sie.

0 Ich bin so entschlußfreudig wie immer.

1 Ich bin unsicherer geworden und versuche, Entschlüsse aufzuschieben.

2 Ich kann mich ohne fremde Hilfe zu nichts mehr entscheiden.

3 Ich kann überhaupt keine Entschlüsse mehr fassen.

0 Ich finde, daß ich nicht schlechter aussehe als früher.

1 Es bekümmert mich, daß ich alt oder unattraktiv aussehe.

2 Ich spüre, daß ich mich in meinem Aussehen dauernd ändere und dadurch immer unattraktiver werde.

3 Ich glaube, daß ich häßlich oder abstoßend aussehe.

0 Ich kann so gut arbeiten wie immer.

1a Ich muß mir einen Ruck geben, bevor ich etwas anfange.

1b Ich arbeite nicht mehr so gut wie früher.

2 Ich muß mich geradezu zwingen, etwas zu tun.

3 Ich kann gar nichts mehr tun.

0 Ich schlafe so gut wie immer.

1 Ich wache neuerdings morgens unausgeruht auf.

2 Ich wache jetzt immer eine bis zwei Stunden früher auf und schlafe nur schlecht wieder ein.

0 Ich ermüde nicht eher als früher.

1 Ich bin leichter ermüdet als früher.

2 Schon die geringste Anstrengung ermüdet mich.

3 Ich bin zu müde, um irgend etwas zu tun.

0 Mein Appetit ist nicht schlechter als sonst.

1 Mir schmeckt es nicht mehr so wie früher.

2 Mein Appetit ist viel schlechter als sonst.

3 Ich habe überhaupt keinen Appetit mehr.

0 Ich habe in letzter Zeit kaum abgenommen.

1 Ich habe mehr als fünf Pfund verloren.

2 Ich habe mehr als zehn Pfund verloren.

3 Ich habe mehr als 15 Pfund verloren.

0 Ich sorge mich um meine Gesundheit nicht mehr als gewöhnlich.

1 Ich sorge mich um Schmerzen, Magendrücken, Verstopfung oder andere körperliche Beschwerden.

2 Ich bin so mit dem beschäftigt, wie es mir geht und was ich fühle, daß ich kaum an etwas anderes denken kann.

3 Ich bin vollkommen damit beschäftigt zu beobachten, wie ich mich fühle.

0 Ich kann in letzter Zeit keine Veränderung in meinem sexuellen Interesse feststellen.

1 Ich habe weniger sexuelles Verlangen als früher.

2 Ich habe kaum noch sexuelles Verlangen.

3 Ich habe gar kein Verlangen mehr nach sexueller Betätigung.

Dr. K. Rawnsley
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