Irak Boston-Globe-Reporterin tödlich verunglückt

In Irak ist die mehrfach ausgezeichnete Reporterin Elizabeth Neuffer der amerikanischen Zeitung "Boston Globe" bei einem Autounfall ums Leben gekommen.


Elizabeth Neuffer war auf dem Weg von Tikrit nach Basra, als der Fahrer ihres Wagens offenbar gegen eine Leitplanke fuhr, wie der "Boston Globe" mitteilte. Auch Neuffers irakischer Übersetzer wurde bei dem Unfall getötet, der sich bereits am Donnerstag ereignet hat. Der Fahrer überlebte.

Die 46-jährige Journalistin hatte bereits über den letzten Golfkrieg, den Zusammenbruch der Sowjetunion, aber auch über innenpolitische Themen berichtet. Zuletzt schrieb sie vor allem über die Vereinten Nationen. "Elizabeth war brillant und mutig", schrieb der Herausgeber des "Globe", Martin Baron, in einer Pressemitteilung.

1997 gewann Neuffer für eine Serie über Kriegsverbrechen in Ruanda und Bosnien den SAIS-Novartis Preis für herausragende Leistungen im internationalen Journalismus. 1998 wurde sie für ihren Mut von der Internationalen Stiftung für Frauen in den Medien (International Women's Media Foundation) ausgezeichnet. Zur Begründung erklärten die Preisrichter, Neuffer sei bei ihrer Arbeit `mit dem Tode bedroht worden, sie wurde von Soldaten entführt und beraubt, und ihr wurde Vergewaltigung angedroht".

Warum sie diese Gefahren auf sich nahm, erklärte Neuffer damals so: "Die Wahrheit mag riskant sein für diejenigen, die sie erzählen, aber die Wahrheit ist nicht gefährlich, Fehlinformation ist es. In Bosnien und Ruanda habe ich gesehen, dass es die Propaganda ist, die die Flammen des Hasses entfacht."

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