Auslandsrundfunk Deutsche Welle beklagt Einschüchterungsversuche gegen iranische Redaktionskollegen

Wegen angeblicher »Unterstützung von Terrorismus« hat Iran Personen und Institutionen aus Europa sanktioniert - so auch die Farsi-Redaktion der Deutschen Welle. Deren Intendant verurteilt die Drohungen scharf.
DW-Intendant Peter Limbourg: »Das ist nicht hinnehmbar«

DW-Intendant Peter Limbourg: »Das ist nicht hinnehmbar«

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IMAGO/Christoph Hardt / IMAGO/Panama Pictures

Als Reaktion auf Strafmaßnahmen gegen Iran hat das Land europäische Politiker und Einrichtungen auf eine Sanktionsliste gesetzt - darunter auch die persischsprachige Abteilung der Deutschen Welle (DW). Iran wirft den Einrichtungen und Personen »Unterstützung von Terrorismus« vor.

DW-Intendant Peter Limbourg hat nun mit scharfen Worten diese Einschüchterungsversuche des iranischen Staates angeprangert. »Das Regime in Iran bedroht bereits seit längerer Zeit unsere Kolleginnen und Kollegen in der Farsi-Redaktion und ihre Familien. Das ist nicht hinnehmbar«, wurde Limbourg in einer Mitteilung des Senders zitiert.

Farsi ist die persische Amtssprache in Iran, der deutsche Auslandssender erreicht sein Publikum über Fremdsprachen wie diese. Limbourg weiter: »Das Regime fördert Terrorismus nach innen und nach außen. Ich erwarte, dass die Politik in Deutschland und Europa den Druck auf das Regime erhöht. Dass wir nun auf einer solchen Liste stehen, wird uns nicht davon abhalten, unsere Nutzerinnen und Nutzer in Iran mit verlässlichen Informationen zu versorgen.«

Hintergrund der Spannungen sind die systemkritischen Massenproteste in Iran. Deren Auslöser war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung  sowie das islamische Herrschaftssystem.

cbu/dpa
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