Japanischer Designer Issey Miyake ist tot

Designer, Mode- und Parfum-Schöpfer: In den Achtzigern war Issey Miyake ein Symbol für Japans Aufstieg. Berühmt war er auch dafür, Kleidung aus nur einem Stück Stoff herzustellen. Nun starb er mit 84 Jahren.
Issey Miyake im Jahr 2016

Issey Miyake im Jahr 2016

Foto: Franck Robichon / picture alliance / dpa

Der japanische Modeschöpfer Issey Miyake ist tot. Er erlag bereits am 5. August einer Leberkrebserkrankung, wie sein Büro laut Medienangaben mitteilte. Miyake wurde 84 Jahre alt.

Der Mann, der unter anderem für seine faltenfreie Kleidung berühmt war, verfolgte seit den 1970er-Jahren das Konzept, Kleidung aus einem einzigen Stück Stoff herzustellen. In den 80ern wurde Miyake zum Synonym für Japans wirtschaftlichen und modischen Erfolg.

Der Designer wollte der Legende nach ursprünglich Tänzer oder Sportler werden, bevor ihn die Lektüre der Modezeitschriften seiner Schwester zu einem Richtungswechsel inspirierte.

»Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich immer noch Dinge, die niemand jemals erleben sollte«

Miyake wurde in Hiroshima geboren und war sieben Jahre alt, als die Atombombe auf die Stadt abgeworfen wurde, während er in einem Klassenzimmer saß. In seinem späteren Leben sprach er nur ungern über dieses Ereignis. Im Jahr 2009 schrieb er in der »New York Times« im Rahmen einer Kampagne, die den damaligen US-Präsidenten Barack Obama zu einem Besuch in der Stadt bewegen sollte, er wolle nicht als »der Designer, der die Bombe überlebt hat«, abgestempelt werden.

»Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich immer noch Dinge, die niemand jemals erleben sollte«, schrieb er und fügte hinzu, dass seine Mutter innerhalb von drei Jahren an den Folgen der Strahlung starb.

»Ich habe, wenn auch erfolglos, versucht, sie hinter mir zu lassen, und ziehe es vor, an Dinge zu denken, die man erschaffen kann, anstatt sie zu zerstören, und die Schönheit und Freude bringen. Ich habe mich zum Bekleidungsdesign hingezogen gefühlt, auch weil es ein modernes und optimistisches kreatives Format ist«, schrieb Miyake weiter.

Nach seinem Studium des Grafikdesigns an einer Kunstuniversität in Tokio lernte er Bekleidungsdesign in Paris, wo er mit den berühmten Modedesignern Guy Laroche und Hubert de Givenchy arbeitete, bevor er nach New York ging. Im Jahr 1970 kehrte er nach Tokio zurück und gründete das Miyake Design Studio.

In den späten 1980er-Jahren entwickelte er eine neue Art des Faltenlegens, indem er Stoffe zwischen Papierschichten einwickelte und sie in eine Wärmepresse legte, wobei die Kleidungsstücke ihre gefaltete Form behielten. Diese Methode wurde an Tänzern auf ihre Bewegungsfreiheit getestet und führte zur Entwicklung seiner charakteristischen »Pleats Please«-Linie.

Nobelpreis der Künste

Miyake entwickelte insgesamt mehr als ein Dutzend Modelinien, aber auch Taschen, Uhren und Parfüms, bevor er sich 1997 weitgehend zurückzog, um sich der Forschung zu widmen.

2005 wurde er für sein Lebenswerk mit dem japanischen »Praemium Imperiale« geehrt, der auch als Nobelpreis der Künste gilt. Ein Jahr später wurde er für seine »visionären Bekleidungskonzepte« mit dem Kyoto-Preis ausgezeichnet. Der 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologiekonzerns Kyocera, ins Leben gerufene Kyoto-Preis zählt neben dem Nobelpreis zu den wichtigsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Wissenschaft und Kultur.

svs/Reuters/dpa
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