Italienisches Fernsehen Michelle Hunziker entschuldigt sich für rassistischen Sketch

Es sollte Satire sein, war aber einfach nur Rassismus: Michelle Hunziker hat sich vor laufender Kamera mit Grimassen und Akzent über Chinesen lustig gemacht. Eine Entschuldigung war fällig.
Hunziker in »Striscia la notizia«: »Ich war so naiv«

Hunziker in »Striscia la notizia«: »Ich war so naiv«

Die Fernsehmoderatorin Michelle Hunziker hat sich für einen rassistischen Auftritt in einer italienischen Satireshow entschuldigt. Sie hatte sich in der TV-Sendung »Striscia la notizia«  zusammen mit ihrem Co-Moderator Gerry Scotti mit Grimassen und L- statt R-Lauten über Chinesen lustig gemacht. »Es tut mir wirklich leid, falls ich jemanden damit verletzt habe«, sagte die in der Schweiz geborene 44-Jährige in einem am Mittwoch auf der Plattform Instagram geposteten Video. Die Show des Medienunternehmens Mediaset war am Montag ausgestrahlt worden und hatte daraufhin eine Welle der Empörung vor allem in sozialen Medien ausgelöst.

»Mir ist klar geworden, dass wir in Zeiten leben, in denen Menschen empfindlich in Bezug auf ihre Rechte reagieren, und ich war so naiv, das nicht bedacht zu haben«, erklärte die frühere Co-Moderatorin der ZDF-Samstagabendshow »Wetten dass..?«. Sie sei keine Rassistin. Sie sei froh, dass die Welt immer inklusiver werde und wolle unbedingt ein Teil davon sein.

Tatsächlich ist Alltagsrassismus ein gegenwärtiges Thema. Auch wenn Rassismus vermeintlich ohne Intention geäußert wird, hat dies Konsequenzen in der Öffentlichkeit. In den Debatten geht es oft um kleine, herablassende Gesten oder Äußerungen, die dann oft mit Arglosigkeit entschuldigt werden.

In Deutschland hatte zuletzt der BR seine Zuschauer mit einem schwarz angemalten Darsteller entsetzt: Der Satiriker Helmut Schleich hatte einen schwarzen Despoten, der Deutschland Tipps im Umgang mit der Coronapandemie gibt. Es sollte eine Parodie auf Franz-Josef Strauß sein, äußerte der Sender. Auch gegen den WDR wurden Rassismusvorwürfe laut, als eine Runde ausschließlich weißer Medienschaffender darüber diskutierte, ob man noch rassistisch geprägte Wörter wie »Zigeunerschnitzel« benutzen dürfe, worauf der WDR einen Themenabend »Rassismus« organisierte.

cpa/dpa