James-Bond-Legende Sean Connery ist tot

Der schottische Schauspieler Sean Connery ist tot. Der vielfach ausgezeichnete Darsteller wurde 90 Jahre alt. Weltruhm erlangte er in der Rolle des eleganten britischen Agenten 007 – als James Bond.
Sean Connery

Sean Connery

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Stringer . / REUTERS

Wie britische Medien berichten, ist der schottische Schauspieler Sean Connery tot. Er starb im Alter von 90 Jahren in seinem Zuhause in Nassau auf den Bahamas, wie die BBC unter Berufung auf dessen Familie schreibt. Sohn Jason sagte dem Sender, sein Vater sei friedlich im Schlaf gestorben. Er habe sich "seit einiger Zeit unwohl gefühlt".

Connery erlangte Weltruhm für seine Rolle als James Bond. Siebenmal hat er den weltberühmten Agenten verkörpert. Beginnend mit "Dr. No" im Jahr 1962 wurde Connery zu einem der beliebtesten Bond-Darsteller aller Zeiten. Er selbst ließ sich ungern auf diese Rolle reduzieren und sagte einmal, er "hasse diesen verdammten James Bond".

Connery wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem Oscar, zwei Bafta-Awards und drei Golden Globes. Den Oscar bekam er 1988 für seine Nebenrolle als erfahrener Polizist in dem Gangsterfilm "Die Unbestechlichen" an der Seite von Kevin Costner. Er begeisterte seine Fans außerdem in Filmen wie "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" sowie "Jagd auf Roter Oktober", "Das Russland-Haus" oder "The Rock – Fels der Entscheidung".

Oft war er der ältere Lehrmeister oder weise Mentor, etwa in dem Fantasyfilm "Highlander" oder an der Seite von Harrison Ford als Vater von Indiana Jones. Dem europäischen Publikum blieb er vor allem auch als William von Baskerville in der Verfilmung des Umberto-Eco-Romans "Der Name der Rose" in Erinnerung.

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"Sexiest man alive"

Connery spielte als Bond den Frauenhelden und galt als besonders attraktiv: Noch 1989 kürte ihn die Zeitschrift "People" zum "sexiest man alive" – da war der Schotte bereits 59 Jahre alt.

2000 wurde Connery von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben und durfte sich seither Sir Sean nennen. 2006 beendete er seine Schauspielkarriere. Nur gelegentlich sah man den Rentner danach noch auf Fotos und in Videos, die seine Enkelin Saskia Connery bei Instagram veröffentlichte. Interviews gab er schon lange nicht mehr.

Und wer erwartet hatte, dass er in seiner 2008 erschienenen Autobiografie interessante Anekdoten aus seinem Leben preisgeben würde, sah sich getäuscht: "Mein Schottland, mein Leben" war vor allem eine Hommage an seine Heimat.

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Connery wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Edinburgh auf, hatte Jobs als Milchmann und Sargpolierer, bevor er seine Filmkarriere startete. Als Thomas Connery wurde am 25. August 1930 geboren, er hatte einen jüngeren Bruder. Sein Vater war Lkw-Fahrer, seine Mutter Reinigungskraft. Connery verließ schon mit 13 Jahren die Schule, um Geld zu verdienen.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs diente er drei Jahre lang in der Royal Navy. Er posierte am Edinburgh College of Art als Aktmodell für Kunststudenten und landete 1953 bei der Wahl zum Mr. Universum auf dem dritten Platz. Außerdem war er ein begabter Fußballer. Connery studierte zwar nicht, eignete sich aber vieles im Selbststudium an. Die vielen Hinweise auf die schottische Geschichte und Literatur in seinen Memoiren verraten deutlich den Stolz des Autodidakten.

"Unerschrockener Patriot, tiefsinniger Denker, herausragender Mensch"

Seit 1975 war Connery mit der französischen Malerin Micheline Roquebrune verheiratet. Seiner ersten Ehe mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento entstammt sein Sohn Jason. Obwohl Connery meist in Spanien oder auf den Bahamas lebte, blieb er seiner schottischen Heimat eng verbunden und trat vehement für die Unabhängigkeit Schottlands ein. Unter anderem unterstützte er deshalb die Scottish National Party (SNP) auch finanziell. 

Im Heimatland des Schauspielers ist die Trauer groß. "Ich werde ihn vermissen. Schottland wird ihn vermissen. Die Welt wird ihn vermissen", sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon.

Einer ihrer Vorgänger im Amt, Alex Salmond, nannte Connery den "weltgrößten Schotten, den letzten der wahren Hollywoodstars, den maßgeblichen Bond". Der Schauspieler sei ein "unerschrockener Patriot, ein tiefsinniger Denker und herausragender Mensch" gewesen.

ala/dpa/Reuters/AFP