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Jazzer Masekela: Zurück nach Afrika

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aus DER SPIEGEL 41/1985

Louis Armstrong schickte dem jungen Hugh Masekela in den fünfziger Jahren eine Trompete nach Südafrika, als ihm Freunde von den Talenten des Teenagers erzählten. Als das weiße Regime 1960 Dutzende Schwarze in Sharpeville massakrierte und Versammlungen mit mehr als zehn Personen, also auch Konzerte, verbot, ging Masekela ins Exil nach Amerika. Harry Belafonte half ihm beim Einstieg in die US-Szene, und der virtuose Hugh spielte mit vielen Jazz-Stars zusammen. Mit Westküsten-Jazzpop, den er auf ein afrikanisches Rhythmus-Fundament stellte, war Masekela in den USA erfolgreich; von seiner Platte »Grazin' In The Grass« wurden vier Millionen Stück verkauft. Vor ein paar Jahren ging der Trompeter zurück nach Afrika und richtete in Botswana an der südafrikanischen Grenze ein Studio ein, um jungen Musikern Aufnahme-Möglichkeiten zu geben. Und er selbst betrieb auf zwei neuen LPs, »Techno-Bush« (1984) und »Waiting For The Rain« (1985), die Fusion westlicher Jazz- und Tanzmusik mit dem südafrikanischen urbanen Mbaqanga-Popstil - eine Mischung, die Masekela in dieser Woche in zwei Deutschland-Konzerten, am Montag in Berlin und am Dienstag in Hamburg, vorführen wird.

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