Verstorbener Regisseur Jean-Luc Godard nahm Beihilfe zum Suizid in Anspruch

Der französische Regisseur Jean-Luc Godard hat bei seinem Tod Sterbehilfe erhalten, wie ein Berater der Familie mitteilte. In der Schweiz ist das unter bestimmten Voraussetzungen legal.
Jean-Luc Godard während einer Pressekonferenz 1988 in Cannes

Jean-Luc Godard während einer Pressekonferenz 1988 in Cannes

Foto: - / AFP

Der am Dienstag gestorbene französisch-schweizerische Starregisseur Jean-Luc Godard hat Beihilfe zum Suizid erhalten.

»Herr Godard hat die in der Schweiz legale Hilfe zu einem freiwilligen Abschied in Anspruch genommen«, wird Patrick Jeanneret, ein Berater der Familie, in der Nachrichtenagentur AFP zitiert. Grund dafür seien seine zahlreichen Krankheiten gewesen. Die französische Zeitung »Libération«, die zuerst über den Todesfall berichtet hatte, zitiert hingegen eine andere, nicht namentlich genannte Person, die der Familie nahestünde: »Er war nicht krank, er war nur erschöpft. Also traf er die Entscheidung, es zu beenden. Es war seine Entscheidung und es war ihm wichtig, dass sie bekannt wurde.«  Dies habe eine weitere Person aus dem Umfeld des verstorbenen Regisseurs bestätigt.

Godards Familie hatte zuvor mitgeteilt, dass der Regisseur friedlich zu Hause in der Schweiz im Kreis seiner Angehörigen im Alter von 91 Jahren gestorben war. Eine offizielle Trauerfeier ist nicht geplant.

Sterbehilfe war zufällig in Frankreich am Dienstag ein großes Thema, da der Ethikrat sich erstmals vorsichtig für aktive Sterbehilfe unter strengen Auflagen ausgesprochen hatte. Präsident Emmanuel Macron kündigte eine gesellschaftliche Debatte dazu an, die im kommenden Jahr in ein neues Gesetz münden könnte.

In Frankreich ist aktive Sterbehilfe verboten. Ärzte können Todkranke im Endstadium aber mit Medikamenten tief betäuben, bis der Tod eintritt.

Godard wurde 1930 in Paris geboren und hatte beide Staatsbürgerschaften. Er lebte seit den Siebzigerjahren in der Schweiz.

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nga/afp
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