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Jeff Koons Mann der Mondpreise

aus DER SPIEGEL 14/2022
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Anna Schori

Der New Yorker Jeff Koons, 67, ist einer der bekanntesten Künstler der Welt, seine Werke gehören zu den teuersten, die man kaufen kann – und darauf scheint er durchaus stolz zu sein. Sein persönlicher Bestpreis liegt bei 91,1 Millionen Dollar, der wurde 2019 auf einer Auktion für einen großen Edelstahlhasen von Koons bezahlt. Nun will Koons einige Skulpturen überraschenderweise dorthin verfrachten, wo es keinen Kunstmarkt gibt, und zwar auf den Mond. Das soll noch in diesem Jahr von Cape Canaveral in Florida aus geschehen, so kündigt er es jedenfalls an. In einem Clip, der auch auf seiner Insta­gram-Seite zu sehen ist, wirbt Koons für das Projekt namens »Mondphasen«. Mit einem prophetisch wirkenden Lächeln sagt er, jetzt, da seine Kunst die irdische Sphäre verlasse, werde sie erst wirklich universell. Wie so oft bei ihm weiß man nicht, ob er sich selbst besonders ernst nimmt oder eben gerade nicht. Auf jeden Fall kündigte er bei der Gelegenheit eine weitere Sensation an. Erstmals will er NFTs auf den (irdischen) Markt bringen, als digitale Äquivalente seiner Mondskulpturen. Ein NFT ist eine aufwendige Zertifizierungsdatei, die es nur einmal gibt und die trotzdem vervielfältigt werden kann, so wie es von einem alten Gemälde üblicherweise auch nur ein Original gibt und viele Kopien. Vor allem lässt sich mit NFTs viel Geld verdienen. Andere Künstlerstars sind längst in dieses Geschäft eingestiegen, Damien Hirst zum Beispiel hat bereits 2021 welche angeboten. Zwar verspricht Koons, einen Teil der NFT-Erlöse zu spenden, dennoch löst er nicht nur Begeisterung aus mit seinen Ambitionen. Ein Kommentar auf seiner Instagram-Seite lautet: »Lass den Mond in Ruhe.«

uk
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