AUSWAHL Jules Renard: »Der Schmarotzer«.
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DER SPIEGEL 50/1964
Mit Empfindsamkeit und Zynismus
beschreibt der französische Autor (1864 bis 1910) in 40 stilvoll pointierten Kurzkapiteln die Platitüden und Heucheleien eines jungen Schnorrers und Poeten, der sich bei einem spießbiederen Ehepaar einnistet und der Dame des Hauses zielstrebig den Hof macht Unverhofftes Ende: Nicht Madame, sondern deren 16jährige dicke Nichte kommt auf schmerzliche Weise zu Fall. Die Geschichte vom bürgerlichen Leben als Schmierenkomödie war bereits um 1890 Muster französischer Neu-Romane. (Goverts; 232 Seiten; 15,80 Mark.)