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AUSWAHL Junichiro Tanizaki: »Tagebuch eines alten Narren«.

aus DER SPIEGEL 13/1966

Die Alters-Amouren

im »Schlüssel«-Roman des 1965 mit 79 Jahren verstorbenen Japaners waren, verglichen mit der Uralt-Erotik in diesem letzten Buch, reiner Sturm und Drang. Zwischen Gehirnblutung und Herzanfall, Nobulon -Spritze und Prostata-Massage darf Tanizakis Ich-Erzähler, 77, nur noch an den Zehen seiner jungen Schwiegertochter lutschen. Daß der Greis weiß, wie unschmackhaft er ist, und daß er sich so beschreibt - kalt, klinisch genau und auch mit Ironie -, macht die gerontologische Romanze nicht angenehmer, aber imponierend. (Rowohlt; 240 Seiten; 17 Mark.)

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