Schauspieler Karl Merkatz verstorben Der »Bockerer« ist tot

Österreich verliert einen seiner beliebtesten Schauspieler. Karl Merkatz hatte zwei Paraderollen: als grantelnder Wiener Arbeiter – und bockiger Fleischhauer.
Karl Merkatz vor einem Plakat seines Kinofilms »Echte Wiener 2 – Die Deppat'n und die Gspritzt'n« (Archivbild)

Karl Merkatz vor einem Plakat seines Kinofilms »Echte Wiener 2 – Die Deppat'n und die Gspritzt'n« (Archivbild)

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Herbert Pfarrhofer / dpa

Der österreichische Schauspieler Karl Merkatz ist am Sonntag im Alter von 92 Jahren gestorben. Er sei zu Hause in Straßwalchen im Land Salzburg friedlich eingeschlafen, bestätigte die Familie der Deutschen Presse-Agentur.

Im Laufe seiner Karriere war Merkatz in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Bekannt wurde er unter anderem als grantelnder Edmund »Mundl« Sackbauer in der TV-Serie »Ein echter Wiener geht nicht unter« (1975-1979), die das Leben einer Arbeiterfamilie zeigt.

Seine Paradefigur war der »Bockerer«. In der gleichnamigen Filmreihe kämpft der Fleischhauer Karl Bockerer mit viel Wiener Schmäh gegen diverse Obrigkeiten an: unter anderem gegen die Nationalsozialisten nach dem von Hitler erzwungenen »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich und gegen sowjetische Besatzer nach dem Zweiten Weltkrieg.

Vom »Blunzenkönig« bis zum »Jedermann«

Für den »Bockerer« wurde Merkatz 1982 mit dem Filmband in Gold und dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet. Später wirkte er an Kinofilmen wie »Echte Wiener 2 – Die Deppat´n und die Gspritzt´n« oder »Der Blunzenkönig« mit. In seinen über 150 Bühnenrollen spielte er vor allem Nestroy-, Raimund- und Shakespeare-Figuren.

Merkatz wurde 1930 in Wiener Neustadt geboren und nahm nach einer Tischlerlehre Schauspielunterricht in Salzburg, Wien und Zürich.

Es folgten Engagements an Bühnen unter anderem in Nürnberg, Hamburg, München und Wien, wo er am Theater in der Josefstadt und im Burgtheater wirkte. Auch bei den Salzburger Festspielen verkörperte er verschiedene Charaktere – unter anderem im »Jedermann«.

che/dpa

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