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Kein Ende mit dem Alten

aus DER SPIEGEL 16/1987

Von Konrad Adenauer hat das Fernsehen den Kanal noch immer nicht voll - der Zuschauer offenbar längst. Nach dem vom NDR für die Dritten Programme produzierten Siebenteiler (SPIEGEL 5/1987) - der Ein-Mann-Schau, in der sich Daten und Bilder überschlagen Zeitzeugen den kantigen Alten loben und preisen - folgen Kreationen von ARD (Mittwoch, 20.15 Uhr) und ZDF (Ostersonntag, 19.30 Uhr). Fürwahr, eine Großtat journalistischer Koordination - zum 20. Todestag des Potentaten von Rhöndorf, am 19. April. Der Siebenteiler in den Dritten, das mag den Filmemachern von ARD und ZDF so passen, ging allerdings unter Ausschluß der Öffentlichkeit über die öffentlich-rechtlichen Bildschirme. So verzeichneten NDR und WDR Einschaltquoten von rund drei Prozent. Im Wettstreit der Autoren und Regisseure kommen Henric L. Wuermeling und Paul Mautner vom Bayerischen Rundfunk am besten davon. Ihnen gelingt es im großen und ganzen recht ordentlich, den Stoff zu bewältigen und die Bilder zu bändigen, indem sie mit gescheiten Kommentaren und Schnitten dazwischenfahren. Die Zeitzeugen, jedenfalls die meisten, erzählen, statt feierlich von angeblich großer Zeit zu deklamieren. Und, man staune, es gibt auch Gegenstimmen. Aber wer wird sich »Konrad Adenauer und die Deutschen« im Ersten Programm noch ansehen? Im Zweiten gibt es »Denver«.

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