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Kino: ein australischer Supermann

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aus DER SPIEGEL 34/1984

»Captain Invincible« ist die australische Antwort auf die Frage, wie dem Bösen in der Welt beizukommen sei. Die Antwort fällt ähnlich blödsinnig aus wie die Präsident Reagans bei der Mikrophonprobe. In dem satirischen Film von Philippe Mora, der den amerikanischen Hurra-Patriotismus der Comic strips sowie Supermans Flug- und Kraftprotzereien parodiert, wird der unbesiegbare Käptn zunächst vom Kommunistenjäger McCarthy in den 50er Jahren nach Australien vergrault. Obwohl (oder weil) er doch entscheidend mitgeholfen hatte, Hitler zu besiegen. Jetzt, 30 Jahre später, gibt er sich in Sydney ganz den unamerikanischen Umtrieben des Suffs hin und wird ein schwammiger Pennbruder. Doch einer Polizistin, einer supergeilen australischen Bullette, und dem US-Präsidenten persönlich gelingt es, ihn wieder zum Kampf für das Gute zu gewinnen. So legt er das unerläßliche Trikot an, das am Bauch schon spannt, und besiegt das Böse - endgültig und bis zum nächsten Mal. Ein australischer Kinnhaken für das amerikanische Selbstverständnis: Der Film von 1982 ist so komisch, daß es ihm fast gelingt, Superman 1, 2 und 3 ff. zu parodieren - wenn die nicht schon selbst ihre besten Parodien wären.

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