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Weltkriegsdrama "1917" von Sam Mendes Der Kinozuschauer im Schützengraben

In "1917" zeigt James-Bond-Regisseur Sam Mendes das massenhafte Sterben auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs im Stil eines Ego-Shooter-Spiels. Der Film ist ein Oscarfavorit.
aus DER SPIEGEL 3/2020
Darsteller MacKay in "1917": Dem Zuschauer das Gefühl geben, sich wie ein Wurm durch die Erde zu wühlen

Darsteller MacKay in "1917": Dem Zuschauer das Gefühl geben, sich wie ein Wurm durch die Erde zu wühlen

Foto:

Francois Duhamel / Universal Pictures

Wenn er einen Kriegsfilm in Angriff nehme, stelle er sich immer eine entscheidende Frage, sagt der Regisseur Sam Mendes. "Was wäre, wenn jemand wie ich, also ein totaler Feigling, in die Schlacht ziehen müsste?"

Zwei Kriegsfilme hat Mendes bislang gedreht. Der eine, "Jarhead" aus dem Jahr 2005, spielt im Krieg um Kuwait. Er handelt von amerikanischen Soldaten, die im Jahr 1991 kaum einen Schuss abgeben, weil ihnen die Luftstreitkräfte die Arbeit abnehmen.

Der andere, "1917", beschreibt das massenhafte Sterben und Leiden auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Er wurde mit zwei Golden Globes ausgezeichnet, gilt als ein Oscarfavorit und kommt nun in die deutschen Kinos.

Er erzählt von den jungen britischen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman). Im Frühjahr 1917 werden sie in Nordfrankreich losgeschickt, um eigene Verbände vor einem Hinterhalt der Deutschen zu warnen.

Letztlich gehe der Film auf Erzählungen seines Großvaters Alfred zurück: "Die Geschichten meines Großvaters vom Ersten Weltkrieg haben mich geprägt." Sie handelten nicht von Heldentaten, sondern davon, wie viel Glück er hatte, noch am Leben zu sein. "Es waren Geschichten über Zufälle und die Willkür des Schicksals. Sein bester Freund wurde von einem Geschoss getroffen und zerfetzt, als er neben ihm stand. Der Grat zwischen Leben und Tod war schmal."

Er selbst sei elf oder zwölf gewesen, als er diesen Erzählungen "völlig gebannt" gelauscht habe. Im Lauf der Jahrzehnte entwickelte sich im Kopf des Regisseurs die Idee für einen Film. Der Großvater war im Ersten Weltkrieg immer wieder als Kurier eingesetzt worden und hatte deshalb mehr erlebt als die meisten anderen Soldaten, die oft monatelang in den Schützengräben ausharren mussten.

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