Französische Regisseurin Agnès Varda ist tot

Sie war eine Legende der französischen Nouvelle Vague, drehte bis ins hohe Alter einzigartige Filme. Nun ist die Regisseurin und Künstlerin Agnès Varda gestorben, sie wurde 90 Jahre alt.

Gouillaume Souvant/ AFP

Noch 2018 kam der Dokumentarfilm "Augenblicke: Gesichter einer Reise" in die deutschen Kinos, den Agnès Varda zusammen mit dem Street-Art-Künstler JR gedreht hatte. Im Januar bei der Berlinale stellte sie den autobiografischen Dokumentarfilm "Varda par Agnès" vor - Agnès Varda war noch im hohen Alter künstlerisch äußerst aktiv. (Lesen Sie hier von einem Besuch bei der Regisseurin im Mai 2018.)

Agnès Varda engagierte sich im Rahmen der #MeToo-Bewegung auch für mehr Chancengleichheit in der Filmbranche. 1985 gewann die in Belgien geborene und in Frankreich aufgewachsene Filmemacherin mit "Vogelfrei" den Goldenen Löwen von Venedig. "Vogelfrei" (Originaltitel: "Sans toit ni loi") erzählt die Geschichte einer Frau, die als Landstreicherin durch Südfrankreich zieht und den Kältetod stirbt.

Bekannt geworden ist Varda als Regisseurin aber bereits zu Zeiten der Nouvelle Vague in den Sechzigern, was ihr die Bezeichnung "Großmutter der Nouvelle Vague" einbrachte. 1962 kam ihr herausragender Film "Cleo - Mittwoch zwischen 5 und 7" ins Kino.

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Agnès Varda gestorben: Pionierin des Nouvelle-Vague-Kinos

Seit den Sechzigerjahren drehte sie mehr als 50 Filme, darunter "Das Glück" von 1965 und den viel gelobten Dokumentarfilm "Die Sammler und die Sammlerin" von 2000. Varda erhielt zahlreiche Filmpreise, unter anderem 2017 den Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk. Ihre Werke schwanken zwischen Wirklichkeit, Fiktion und Poesie.

Varda war ein regelmäßiger Gast der Filmfestspiele in Cannes, wo sie mehr als ein Dutzend Filme vorstellte. Sie war zweimal in der Jury vertreten und wurde 2015 mit einer Ehren-Palme für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Nun berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf ihre Familie, dass Agnès Varda in der Nacht auf Freitag im Alter von 90 Jahre gestorben ist. Die Regisseurin sei einem Krebsleiden erlegen, hieß es in einer Mitteilung der Familie.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels schrieben wir, Agnès Varda habe als erste Frau den Goldenen Löwen in Venedig bekommen. Margarethe von Trotta erhielt den Preis aber schon 1981 für "Die bleierne Zeit".

feb/dpa/AFP/AP



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