Alec Baldwins tödlicher Schuss Diese tragischen Unglücke ereigneten sich auf Filmsets

Der Schuss aus Alec Baldwins Requisitenwaffe, der eine Kamerafrau tötete, ist nicht das erste tragische Ereignis an einem Filmset. Schauspieler kamen durch Handfeuerwaffen ums Leben – und bei Helikopterunglücken.
Schauspieler Brandon Lee: Versehentlich erschossen beim Dreh zu »The Crow«

Schauspieler Brandon Lee: Versehentlich erschossen beim Dreh zu »The Crow«

Foto:

Picturelux / ddp

Die Schüsse, die offenbar Alec Baldwin am Set des Films »Rust« aus einer Requisitenwaffe abgab und die eine Kamerafrau töteten und den Regisseur verletzten, schockieren die Filmbranche. Sie lösten aber auch Erinnerungen aus an frühere Todesfälle bei Dreharbeiten.

Einen ähnlichen Vorfall hatte es 1993 gegeben: Damals starb der Schauspieler Brandon Lee, 28-jähriger Sohn des Kampfsportstars Bruce Lee, am Set des Films »The Crow« durch einen Bauchschuss. Die Autopsie ergab, dass Lee von einer Kugel scharfer Munition getroffen worden war, die im Lauf der Waffe stecken geblieben war und sich durch die Detonation einer Platzpatrone gelöst hatte.

Seine Schwester Shannon, die einen Twitteraccount zu Ehren Brandon Lees betreibt, twitterte mitfühlende Worte an die Angehörigen der nun getöteten Kamerafrau Halyna Hutchins und das Filmteam. Sie mahnte aber auch: »Niemand sollte jemals durch eine Schusswaffe an einem Filmset getötet werden. Punkt.«

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Der mit den Ermittlungen im Falle Brandon Lee beauftragte Staatsanwalt beschied auf Fahrlässigkeit. Die US-Bundesbehörde für Arbeitssicherheit verdonnerte die Produktionsfirma zu einer Strafzahlung von 84.000 Dollar, die später auf 55.000 Dollar reduziert wurde. »The Crow« wurde zu Ende gedreht und kam 1994 auch in die Kinos, wo die Fantasy-Comicverfilmung ein großer Erfolg wurde.

1984 hatte es bereits einen tödlichen Unfall bei den Dreharbeiten zu der TV-Serie »Cover Up« gegeben, die im deutschen Fernsehen unter dem Titel »Mode, Models und Intrigen« ausgestrahlt wurde. Der Schauspieler Jon-Erik Hexum spielte aus Langeweile in einer Drehpause russisches Roulette mit einer mit Platzpatronen geladenen 44er Magnum, die er für harmlos hielt. Er drückte ab und erlitt tödliche Hirnverletzungen.

Schauspieler Jon-Erik Hexum in der TV-Serie »Cover Up«: Russisches Roulette mit Todesfolge

Schauspieler Jon-Erik Hexum in der TV-Serie »Cover Up«: Russisches Roulette mit Todesfolge

Foto: CBS Photo Archive / CBS via Getty Images

2014 stellte die Nachrichtenagentur Associated Press eine Statistik zusammen , nach der allein in den USA seit 1990 mindestens 43 Personen bei Filmdreharbeiten ums Leben gekommen seien. Die meisten schweren Unfälle betrafen dabei die Filmtischlerei und Stuntleute. Besonders gefährlich sind Stunts, bei denen Helikopter involviert sind.

Zu einem schrecklichen Unfall kam es beispielsweise 1982 bei den Dreharbeiten zu dem »Twilight Zone«-Film »Unheimliche Schattenlichter«: Der Schauspieler Vic Morrow und zwei Kinderdarsteller sollten in einer im Vietnamkrieg spielenden Szene einen künstlichen Fluss durchqueren und dabei von einem Hubschrauber gejagt werden. Als Spezialeffekt wurden Explosionen gezündet, die den Helikopter erfassten. Er stürzte ab, seine Rotorblätter und Kufen töteten die Schauspieler.

Doch immer wieder sind es wie im Falle von »Rust« Schusswaffen, die Unfälle auslösen. Das war schon in der Frühzeit des Kinos so, als 1915 bei den Dreharbeiten zum Film »The Captive« ein Statist einen anderen mit einer Pistole erschoss. Später kam nach Angaben seines Biografen heraus, dass Regisseur Cecil B. DeMille bei seiner Leidenschaft für möglichst große Realitätsnähe zu weit gegangen war und die Waffen mit echter Munition hatte laden lassen.

Wie es zum tödlichen Schuss von Alec Baldwin am Set in der Wüste von New Mexico kam, wollen die Behörden nun ermitteln. Während die Produktionsfirma in einer ersten Pressemitteilung von einem »Unfall« sprach, wollte der zuständige Sheriff von Santa Fe diesen Begriff vorerst nicht verwenden, berichtet  das Magazin »Variety«.

feb/AFP/AP
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