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02. März 2015, 16:27 Uhr

Box Office

"Fifty Shades of Grey" bremst "American Sniper"

In den USA ist "American Sniper" die Sensation des Frühjahrs. Doch in den deutschen Kinocharts kommt der Kriegsfilm nicht vorbei an der "Shades of Grey"-Erotik. Die in den USA wiederum schon abgerutscht ist auf Platz vier.

USA

1. Gewinner der Woche

Es gibt eine neue Nummer eins in den US-Kinocharts: "Focus" heißt die Krimikomödie, die als Neustart zum umsatzstärksten Film des Wochenendes geworden ist. Dabei war das Einspielergebnis von 19,1 Millionen Dollar eher am unteren Rand der Erwartungen angesiedelt - zumal es sich hier um einen Film mit Will Smith in der Hauptrolle handelt.

Zufriedener waren womöglich die Macher des Horrorfilms "The Lazarus Effect", der als Neustart zwar nur auf Rang fünf kam (mit 10,6 Millionen Dollar Einspiel), aber mit 3,3 Millionen Dollar auch vergleichsweise günstig in der Herstellung war. Als Star musste dabei dann Olivia Wilde reichen, bekannt aus "Dr. House".

2. Verlierer der Woche

Der Absturz von "Fifty Shades of Grey" geht weiter in den USA: War die Romanverfilmung am Valentinstag noch brillant gestartet, ging es am zweiten Wochenende an den Kassen schon bergab - und nun, am dritten, auch in den Charts: Mit einem Umsatz von 10,9 Millionen Dollar kam die SM-Saga nur noch auf den vierten Platz.

3. Zahl der Woche

331 Millionen Dollar hat "American Sniper" in den US-Kinos insgesamt schon eingespielt - und wird damit wohl schon am kommenden Wochenende "The Hunger Games - Mockingjay Part 1" überholen. Dann wäre Clint Eastwoods Kriegsdrama der erfolgreichste Film, der 2014 in den USA gestartet ist.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

In Deutschland bleibt "Fifty Shades of Grey" allerdings weiterhin eine ganz große Sache an den Kinokassen: 485.000 Zuschauer wollten Sam Taylor-Johnsons Film an seinem dritten Kino-Wochenende sehen. Damit hat der Film nach Angaben von "Blickpunkt:Film" als erster des Jahres 2015 die Drei-Millionen-Zuschauer-Marke überschritten.

Dagegen nimmt sich der achte Platz in den Kinocharts für "Heute bin ich Samba" bescheiden aus, was sind schon 65.000 Zuschauer? Aber trotz "Ziemlich beste Freunde" oder "Monsieur Claude": Dass ein französischer Film in die Top Ten kommt, ist keine Selbstverständlichkeit.

2. Heimliche Gewinner der Woche

Ja, angesichts der Zahlen aus den USA, eines Regisseurs wie Clint Eastwood und eines Hauptdarstellers wie Bradley Cooper würde man "American Sniper" auf Platz eins der deutschen Kinocharts erwarten. Dennoch: 350.000 Zuschauer sind wirklich stark, zumal der Film nur in 335 Kinos lief, und er somit auf mehr als tausend Zuschauer pro Kopie kommt.

Und für "Birdman" gab es einen kleinen Oscar-Bonus, der die Hollywood-Selbstvergewisserung zurück in die Top Ten bugsierte: von elf auf zehn.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Nicht einhellig überzeugt waren die Kritiker von Andreas Dresens Verfilmung des Romans "Als wir träumten" des Schriftstellers Clemens Meyer (hier beide im Interview). Womöglich machte sich das auch an den Kinokassen bemerkbar: 20.000 Besucher reichten nur für Rang 16. Da ginge noch mehr - sonst eben bei Dresens nächstem Projekt, einer Neuverfilmung von "Timm Thaler", dem Kinderbuch von James Krüss, das als TV-Serie mit Thomas Ohrner in der Hauptrolle in Erinnerung ist.

feb/dpa

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