Box Office "Fifty Shades of Grey" bremst "American Sniper"

In den USA ist "American Sniper" die Sensation des Frühjahrs. Doch in den deutschen Kinocharts kommt der Kriegsfilm nicht vorbei an der "Shades of Grey"-Erotik. Die in den USA wiederum schon abgerutscht ist auf Platz vier.

"Fifty Shades of Grey": Erfolg an deutschen Kinokassen
Universal Pictures

"Fifty Shades of Grey": Erfolg an deutschen Kinokassen


USA

1. Gewinner der Woche

Es gibt eine neue Nummer eins in den US-Kinocharts: "Focus" heißt die Krimikomödie, die als Neustart zum umsatzstärksten Film des Wochenendes geworden ist. Dabei war das Einspielergebnis von 19,1 Millionen Dollar eher am unteren Rand der Erwartungen angesiedelt - zumal es sich hier um einen Film mit Will Smith in der Hauptrolle handelt.

Zufriedener waren womöglich die Macher des Horrorfilms "The Lazarus Effect", der als Neustart zwar nur auf Rang fünf kam (mit 10,6 Millionen Dollar Einspiel), aber mit 3,3 Millionen Dollar auch vergleichsweise günstig in der Herstellung war. Als Star musste dabei dann Olivia Wilde reichen, bekannt aus "Dr. House".

2. Verlierer der Woche

Der Absturz von "Fifty Shades of Grey" geht weiter in den USA: War die Romanverfilmung am Valentinstag noch brillant gestartet, ging es am zweiten Wochenende an den Kassen schon bergab - und nun, am dritten, auch in den Charts: Mit einem Umsatz von 10,9 Millionen Dollar kam die SM-Saga nur noch auf den vierten Platz.

3. Zahl der Woche

331 Millionen Dollar hat "American Sniper" in den US-Kinos insgesamt schon eingespielt - und wird damit wohl schon am kommenden Wochenende "The Hunger Games - Mockingjay Part 1" überholen. Dann wäre Clint Eastwoods Kriegsdrama der erfolgreichste Film, der 2014 in den USA gestartet ist.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

In Deutschland bleibt "Fifty Shades of Grey" allerdings weiterhin eine ganz große Sache an den Kinokassen: 485.000 Zuschauer wollten Sam Taylor-Johnsons Film an seinem dritten Kino-Wochenende sehen. Damit hat der Film nach Angaben von "Blickpunkt:Film" als erster des Jahres 2015 die Drei-Millionen-Zuschauer-Marke überschritten.

Dagegen nimmt sich der achte Platz in den Kinocharts für "Heute bin ich Samba" bescheiden aus, was sind schon 65.000 Zuschauer? Aber trotz "Ziemlich beste Freunde" oder "Monsieur Claude": Dass ein französischer Film in die Top Ten kommt, ist keine Selbstverständlichkeit.

2. Heimliche Gewinner der Woche

Ja, angesichts der Zahlen aus den USA, eines Regisseurs wie Clint Eastwood und eines Hauptdarstellers wie Bradley Cooper würde man "American Sniper" auf Platz eins der deutschen Kinocharts erwarten. Dennoch: 350.000 Zuschauer sind wirklich stark, zumal der Film nur in 335 Kinos lief, und er somit auf mehr als tausend Zuschauer pro Kopie kommt.

Und für "Birdman" gab es einen kleinen Oscar-Bonus, der die Hollywood-Selbstvergewisserung zurück in die Top Ten bugsierte: von elf auf zehn.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Video

Nicht einhellig überzeugt waren die Kritiker von Andreas Dresens Verfilmung des Romans "Als wir träumten" des Schriftstellers Clemens Meyer (hier beide im Interview). Womöglich machte sich das auch an den Kinokassen bemerkbar: 20.000 Besucher reichten nur für Rang 16. Da ginge noch mehr - sonst eben bei Dresens nächstem Projekt, einer Neuverfilmung von "Timm Thaler", dem Kinderbuch von James Krüss, das als TV-Serie mit Thomas Ohrner in der Hauptrolle in Erinnerung ist.

Thomas Ohrner als Timm Thaler in der ZDF-Serie von 1979
ddp images

Thomas Ohrner als Timm Thaler in der ZDF-Serie von 1979

feb/dpa



insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Misantroph 02.03.2015
1.
Was sind das für Menschen, die sowas wie 50 Shades of Grey gucken? Wahrscheinlich die selben, die sich von ,,mitten im Leben", ,,der Bachelor" auf RTL und die Geissens auf RTL 2 verdummen lassen.
jstawl 02.03.2015
2.
Sensation des Frühjahrs? Eigentlich zählt doch das Frühjahr gleichbedeutend zum Frühling... Und der hat selbst meteorologisch erst gestern angefangen... Von astronomisch ganz zu schweigen (in knapp 3 Wochen). Oder ist die USA uns voraus? :)
mischamai 02.03.2015
3. Gewalt
Zum Glück denken die Menschen in Europa anders als in Amerika.Gewalt mit Heldentum zu verherrlichen,Opfer zählen wie Briefmarken,sich feiern zu lassen fürs Morden,nein dass ist zum Glück ein primitives Thema das hier wenig Anklang findet.
arnesaknussem 02.03.2015
4. 50 Shades of Grey war nur Hype
Offensichtlich wurde jetzt auch dem letzten klar, dass hier nur versucht wurde, einen neuen Trend los zu treten, damit mal wieder was in die Portokasse kommt.
Tante_Frieda 02.03.2015
5. Engagement
Es wundert einen immer wieder,wie nicht nur der Boulevard den amerikanischen Produzenten dabei hilft,durch kostenlose Werbung beim Filmstart die Kassen mit einigen weiteren Millionen zu füllen.Was viel erschreckender ist:Auch die sogenannten seriösen Medien sind willfährige Helfer der einschlägigen Unterhaltungsindustrie.Ob "Spiegel" oder Tageszeitung,ob ARD oder ZDF:Allen ist es eine Riesenehre,Gratispromotion zu machen.Man schüttelt bisweilen nur noch den Kopf.Ich wünschte mir dasselbe Engagement bei Filmen aus hiesiger Produktion,die es qualitativ durchaus mit manchem Hollywoodschinken aufnehmen können.Diese Filme könnten die Werbung mindestens ebenso gebrauchen wie die mit viel Rummel weltweit durchgepeitschen Erzeugnisse aus Los Angeles.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.