Auszeichnung für Dieter Kosslick Berlinale-Chef wird Ehrenlegionär

Der Berlinale-Leiter Dieter Kosslick ist seit heute Ordensträger der französische Ehrenlegion. Damit ehrt Frankreich sein Engagement für das europäische Kino. In seiner Dankesrede offenbarte Kosslick unerwartete Einzelheiten.


Berlin - Mit launigen Worten ehrte der französische Botschafter in Deutschland, Claude Martin, den neuen Würdenträger Kosslick in Berlin und verlieh ihm den Orden der französischen Ehrenlegion. "Sie, lieber Dieter, gehören nun zu den Großen des europäischen Kinos", sagte Martin. Frankreich ehre Kosslicks Einsatz für deutsch-französische Filmkooperationen. Er habe zum Beispiel als Berlinale-Leiter Produktionen wie "Die fabelhafte Welt der Amélie" unterstützt.

Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Regisseur Wim Wenders: Filmreifer Einsatz fürs Kino
DPA

Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Regisseur Wim Wenders: Filmreifer Einsatz fürs Kino

Kosslik bedankte sich mit einer ebenfalls launigen Rede, in der er unter anderem den Namen seiner französischen Jugendliebe verriet - sie hieß Françoise. Außerdem zückte er sein Handy und las stolz eine Gratulations-SMS vom Leiter der Filmfestspiele in Cannes, Thierry Frémaux, vor. "Wir werden künftig ritterlich miteinander umgehen", scherzte der Berlinale-Chef. Zur Feierstunde hatte er sich mit schwarz-roter Fliege geschmückt - "Die hat jetzt die Bundesregierung rausgegeben".

Der 58-jährige Kosslick ist seit fünf Jahren Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Besonders die Nachwuchsförderung liegt ihm am Herzen, weshalb er einen "Talent Campus" für die Berlinale installierte. Außerdem ist Kosslick Vizepräsident der europäischen Filmakademie. Schon 1991 hatte er den französischen Orden eines Ritters für Kunst und Literatur verliehen bekommen - als Mitbegründer des Büros für den europäischen Filmverleih.

Die Aufnahme in die Ehrenlegion ist Frankreichs ranghöchste Auszeichnung für militärische und zivile Verdienste und geht auf Napoleon zurück. Die Verleihung erfolgt im Namen und auf Vorschlag des Staatspräsidenten.

Ner/ddp/dpa



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