Auszeichnung Goldene Leinwand für "Good Bye, Lenin"

Was dem Plattenstar die Goldene Schallplatte, ist dem Filmmenschen die Leinwand gleicher Farbe: Mit dem jährlich verliehenen Preis werden Filme ausgezeichnet, die besonders gut beim Kinobesucher ankamen. Die Abstimmung an der Kinokasse brachte dieses Jahr einen klaren Sieger.




"Good Bye, Lenin": Ost-West-Märchen um Solidarität, Sensibilität und Phantasie
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"Good Bye, Lenin": Ost-West-Märchen um Solidarität, Sensibilität und Phantasie

Am Ende gewann sie doch, die DDR, jedenfalls ein kleines Stückchen. Nachdem die gefilmte Aufzeichnung ihrer nur teilweise erfolgreichen Wiederbelebung auf der Berlinale einen "Blauen Engel" als Auszeichnung für den besten europäischen Film erhalten hatte, kassierte sie gestern noch einen Preis für ihren Kassenerfolg. Der "Goldenen Leinwand" liegen rein quantitative Maßstäbe zugrunde, abgestimmt wird - wie weiland in der DDR - mit den Füßen und an der Kinokasse: Nur wer da ordentlich abräumt, darf auf einen Preis hoffen.

Wolfgang Beckers bittersüße Ost-West-Filmkomödie "Good Bye, Lenin" hatte da vorhersehbarerweise gute Karten. Am Dienstagabend erhielt sie für ihren Zuschauererfolg die "Goldenen Leinwand" und trat damit den Beweis an, dass deutsche Komödien nicht völlig hirnfrei sein müssen, um erfolgreich zu sein. Hauptdarstellerin Katrin Saß nahm den Preis am Dienstagabend in Baden-Baden entgegen. Der Regisseur Wolfgang Becker sagte seine Teilnahme hingegen kurzfristig ab.

"Good Bye, Lenin" erzählt die Geschichte eines Jungen aus Ost-Berlin, der für seine nach dem Mauerfall aus dem Koma erwachte Mutter (Katrin Saß) die untergegangene DDR weiter bestehen lässt. Die Macher des Films wurden von ihrem Erfolg überrascht. "Wahrscheinlich haben wir einfach im richtigen Moment den richtigen Film gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir vor fünf Jahren ähnliche Erfolge gehabt hätten", sagte Saß zwei Wochen nach dem Filmstart.

Die Goldene Leinwand wird an unter deutscher Beteiligung produzierte Filme verliehen, die besonders viele Kinobesucher anlocken. Einstiegsgröße sind mindestens drei Millionen Zuschauer.

Seit dem Filmstart am 13. Februar haben mehr als 4,5 Millionen Menschen in Deutschland die Filmkomödie gesehen. Die "Goldene Leinwand" wird vom Hauptverband Deutscher Filmtheater und der Fachzeitschrift Filmecho/Filmwoche vergeben.



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