Bayerischer Filmpreis 2007 Bayer Ballhaus siegt im Heimspiel

Fehlt nur noch ein Oscar: Nach dem Europäischen Filmpreis 2007 erhält Kameramann Michael Ballhaus jetzt auch den Bayerischen Filmpreis. Seine Trophäe: ein "Pierrot" aus Porzellan.


München/Hamburg - Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) würdigte Ballhaus "als brillanten Könner seines Fachs. Michael Ballhaus ist ohne Zweifel der renommierteste deutsche Kameramann und einer der bedeutendsten Kameraleute des internationalen Films weltweit".

Kameramann Ballhaus: Scheiterte bislang am Oscar
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Kameramann Ballhaus: Scheiterte bislang am Oscar

Nach einer Ausbildung zum Fotografen und als Kameraassistent beim SWF (heute SWR), dessen Chefkameramann er bis 1966 war, drehte Ballhaus 1968 seinen ersten Kinofilm, "Mehrmals täglich" mit Didi Hallervorden. Eine steile Karriere vom Neuen Deutschen Film bis zu den modernen Hollywoodklassikern folgte.

Michael Ballhaus, 72, arbeitete mit Regisseuren wie Volker Schlöndorff ("Tod eines Handlungsreisenden"), Martin Scorsese und Francis Ford Coppola. Er drehte allein mit Rainer Werner Fassbinder 17 Filme, darunter Klassiker des Neuen Deutschen Films wie "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" und "Die Ehe der Maria Braun". Er ließ Dustin Hoffman in "Outbreak" ein tödliches Virus jagen, Paul Newman in "The Color of Money" den Sieg im Poolbillard und Leonardo DiCaprio in "Gangs of New York" den Mörder seines Vaters. Zuletzt setzte er "Departed - Unter Feinden" ins Bild.

Was auch die Auszeichnungen in der Karriere des Star-Kameramanns erklärt: Zweimal erhielt Ballhaus bereits den Deutschen Filmpreis, für sein Lebenswerk wurde er mit der Goldenen Leinwand (2000) und dem Preis des US-amerikanischen Kameravereinigung (2007) geehrt. Trotz drei Nominierungen scheiterte er bislang jedoch am Oscar.

Den Bayerischen Filmpreis wird er am 18. Januar 2008 im Münchner Prinzregententheater erhalten. Der Preis wurde 1979 zum ersten Mal vergeben und gilt neben dem Deutschen Filmpreis als die renommierteste Auszeichnung in der deutschen Filmbranche, mit Preisgeldern zwischen 10.000 und 25.000 Euro und einem "Pierrot" aus Porzellan als Trophäe.

lw/ddp



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