Berlinale 2006 Der Wettbewerb ist komplett

Deutschland ist mit vier Filmen am stärksten im Wettbewerb der diesjährigen Berliner Filmfestspiele vertreten. Als letzte Beiträge wurden Sidney Lumets "Find Me Guilty" und der iranische Film "Offside" ins Berlinale-Programm aufgenommen.


Berlin - Der offizielle Berlinale-Wettbewerb ist seit heute komplett: Insgesamt 19 Filme aus aller Welt gehen vom 9. bis zum 19. Februar ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Deutschland ist dabei mit vier Filmen am stärksten vertreten. Als letzte Filme kamen "Find Me Guilty" (USA) von Regie-Altmeister Sidney Lumet und der iranische Film "Offside" von Jafar Panahi in die Auswahl, gab die Berlinale-Leitung bekannt.

Berlinale-Chef Kosslick: Rücksicht auf deutsche Filme
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Berlinale-Chef Kosslick: Rücksicht auf deutsche Filme

Außer Konkurrenz laufen sieben Produktionen - darunter die US-Filme "Capote" mit Philip Seymour Hoffman, der Polit-Thriller "Syriana" mit George Clooney sowie die zum Teil in Babelsberg gedrehte Comicverfilmung "V wie Vendetta" mit Natalie Portman.

Der 81 Jahre alte Regisseur Lumet, der 1957 "Die zwölf Geschworenen" drehte und in den siebziger Jahren mit der Mediensatire "Network" und dem Geiseldrama "Hundstage" glänzte, beschäftigt sich in seinem neuen Film erneut mit dem Thema Justiz. "Find Me Guilty" - mit Actionstar Vin Diesel in der Hauptrolle - beruht auf wahren Begebenheiten und schildert den längsten Mafiaprozess in der amerikanischen Rechtsgeschichte. Der iranische Film "Offside" handelt von einem Ereignis am Rande eines Fußballspiels im Teheraner Azadi Stadion: Ein als Junge verkleidetes Mädchen versucht, sich Zugang zu verschaffen, denn Frauen sind offiziell nicht zugelassen.

Der Berlinale-Abschlussfilm, der außer Konkurrenz läuft, wird erst am kommenden Montag bekannt gegeben. Zur Eröffnung wird Marc Evans Drama "Snow Cake" (Großbritannien/Kanada) mit Alan Rickman und Sigourney Weaver gezeigt, das auch im Wettbewerb antritt.

Die deutschen Bären-Hoffnungen ruhen auf Oskar Roehlers Houellebecq-Verfilmung "Elementarteilchen", Hans-Christian Schmids Exorzismus-Drama "Requiem", Matthias Glasners "Der freie Wille" über einen aus der Haft entlassenen Vergewaltiger (Jürgen Vogel) sowie auf der ostdeutschen Provinzromanze "Sehnsucht" von Valeska Grisebach. In der Berlinale-Sektion Panorama stellen zudem Detlev Buck und Dominik Graf ihre neuen Filme "Knallhart" beziehungsweise "Der Rote Kakadu" vor.

Berlinale-Chef Dieter Kosslick fährt somit seine bereits zu Beginn seiner Amtszeit gesetzte Strategie fort, den deutschen Film besonders im Wettbewerb zu berücksichtigen. Im vergangenen Jahr waren unter anderem "Gespenster" von Christian Petzold sowie Marc Rothemunds "Sophie Scholl - die letzten Tage" im Programm vertreten. "Sophie Scholl"-Darstellerin Julia Jentsch gewann den Silbernen Bären.

Die Wettbewerbsfilme im Überblick:


Elementarteilchen
von Oskar Roehler (Deutschland)
Requiem
von Hans-Christian Schmid (Deutschland)
Der freie Wille
von Matthias Glasner (Deutschland)
Sehnsucht
von Valeska Grisebach (Deutschland)
A Prairie Home Companion
von Robert Altman (USA)
Find Me Guilty
von Sidney Lumet (USA)
Snow Cake
von Marc Evans (Großbritannien/Kanada)
The Road to Guantanamo
von Michael Winterbottom (Großbritannien)
L'ivresse du pouvoir (Staatsaffairen)
von Claude Chabrol (Frankreich)
Zemestan (It's Winter)
von Rafi Pitts (Iran)
Offside
von Jafar Panahi (Iran)
Slumming
von Michael Glawogger (Österreich)
Romanzo Criminale
von Michele Placido (Italien)
El Custodio (Der Schatten)
von Rodrigo Moreno (Argentinien)
Isabella
von Pang Ho-Cheung (Hongkong/China)
Candy
von Neil Armfield (Australien)
Grbavica
von Jasmila Zbanic (Bosnien-Herzegowina)
Invisible Waves
von Pen-Ek Ratanaruang (Thailand)
En Soap
von Pernille Fischer Christensen (Dänemark)


Außer Konkurrenz:


Capote
von Bennett Miller (USA)
Syriana
von Stephen Gaghan (USA)
V wie Vendetta
von James McTeigue (USA)
The New World
von Terrence Malick (USA)
Wu Ji
von Chen Kaige (Hongkong/China)
The Science of Sleep
von Michel Gondry (Frankreich)



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